| Grün | |||
| a story written by Master Patrick | |||
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Eines Tages kam der blonde Stricher mit einer Zeitung nach Hause. Er zeigte mir im Annoncenteil die Anzeige, wo Schäfermischlingshundebabys von einem Bauernhof abgegeben werden. Der blonde Stricher wollte einen Hund! Er wollte ein Tier. Ein Lebewesen, dass, wenn er es möchte 24 H mit ihm zusammen ist. Er wollte einen Hund, vielleicht auch, um es besser zu machen als sein Stiefvater. Er wollte einen Hund welchen er nicht so quält wie es sein Stiefvater mit dessen Hund immer wieder vor seinen Augen getan hatte. Er fragte mich, ob ich mit ihm zum Bauernhof fahre und einen Hund abhole. Er fragte mich nicht, was ich davon halten würde oder ob ich es erlauben würde oder nicht oder ob ich es gut finden würde oder nicht. Seine Entscheidung stand fest. Es gab für mich auch keinen Grund über seine Entscheidung nachzudenken. Ich akzeptierte seine Entscheidung ohne einen Funken des Einwandes. Klar fuhr ich mit ihm mit! Der Bauernhof war etwa 30 Kilometer mit dem Zug von Paris entfernt. Für mich normal. Für den blonden Stricher eine Fernreise! So war er sehr froh, dass ich ohne zu zögern zusagte, dass ich mit ihm zu dem Bauernhof fahren würde um ein Hundebaby abzuholen. Das war das Schöne an unserer Beziehung. Wir respektierten unsere gegenseitigen gesetzeskonformen, normalen Entscheidungen ohne Widerrede und ohne Widerspruch, ja sogar ohne Widergedanken. Dabei hätte es beidseitig genügend Dinge gegeben, die wir uns hätten jederzeit vorhalten können oder Argumente mit welchen wir hätten Machtkämpfe austragen können. Nein! All dies war nicht notwendig! Gefühlsmässig ging es für uns beide steil bergauf. In Wirklichkeit ging es weder bergauf noch bergab, es ging geradeaus auf gleicher Höhe. Ich sagte nur zu, dass ich ihn zum Hundebabyabholen begleiten würde wenn er alles andere alleine an Organisation bewerkstelligen würde. In solchen Dingen war er gut! Wenn er etwas wirklich wollte klappte alles wie am Schnürchen und es zeigte sich sein Organisationstalent! Das mich immer wieder überraschte. Er brauchte einfach immer etwas, was ihn wirklich motivierte etwas richtig zu machen, zu organisieren, zu bewerkstelligen. Er brauchte am Ende des Weges eine Belohnung, ein Ziel! Was gab es da für ein grösseres und schöneres Ziel als ein Hundebaby, dass alleine ihm gehört!? Er telefonierte mit dem Bauernhof, machte für den folgenden Tag einen Abholtermin aus und führte ein Telefonat, als hätte er in seinem Leben nichts anderes getan, als professionell zu telefonieren! Er machte das sehr, sehr gut! Er war spitze! Welche Motivation hatte er die Heroinentzugsschmerzen durch zustehen!? Wir lernten uns kennen, als er eine Woche lang mit dem Heroinrauchen abgeschlossen hatte! "Was" oder "wer" oder "was und wer" waren die Motivation, jeden Tag aufs neue den Kampf gegen die Entzugsschmerzen zu gewinnen!? Es war ich! Es war für den Traum nach einem Leben mit mir! Ohne Heroin, dass keine Träume träumen und erst recht nicht ausleben lässt! Es waren unsere täglichen Gespräche. Es war unser tägliches eins mit dem anderen sein, was mich durchhalten liess! Es war das Vertrauen und die Liebe welche er in mich zu 100 % gesetzt hatte. Es waren die kleinen und grossen Träume welche wir täglich verwirklichten und von welchen er bereits als kleines Kind einsam für sich geträumt hatte. Das normale Kochen und gemeinsame friedliche Essen zu zweit war zum Beispiel eines der grossen, speziell für ihn und auch für mich nicht normalen Highlights des Tages. Das tägliche Sein für ihn, ohne damit rechnen zu müssen, das er Schläge und / oder Prügel bekommt. Das wurde mehr und mehr zu seinem und auch meinem, also unserem täglichen Lebensinhalt. Es war so schön! Es war für die Belohnung das Siegen gegen die Schmerzen des Heroinentzuges! Er hielt durch! Er war so tapfer und stark! und ich war, wie ich selten in meinem Leben war, ich war stolz auf ihn! Was für ein Wort! "Stolz" Oh ja! Ich war stolz auf ihn, dass er dabei alleine für sich, ohne Familie und Freunde im Rücken, dabei war einen harten, sehr harten, wahrscheinlich den härtesten Kampf welchen ein Mensch haben kann, für sich zu gewinnen. Wir schliefen gut und friedlich zusammen ein. Ich zumindest. Falls er vor Aufregung eine schlaflose Nacht hatte, hätte ich nichts besser verstanden als das. Der nächste Tag kam und es wurde sein Tag! Er übernahm
bedingungslos die Regie! Er stand, als es die Zeit verlangte, ohne Probleme
auf. Ohne sich noch mal hinzulegen. Er stand auf, richtete die für
ihn wichtig zu scheinenden Dinge in unserer Ein-Zimmer-Wohnung zurecht.
Der blonde Stricher sorgte dafür, dass auch ich aufstehe! Er sorgte
dafür dass wir Frühstück zu uns nahmen, dass genug Energie
einbrachte um hätte für den ganzen Tag ausreichen zu können.
Er sorgte dafür dass wir uns beide ordentlich gewaschen und körperlich
gepflegt hatten. Er sorgte dafür, dass wir uns beide ordentlich angezogen
hatten. Er sorgte dafür, dass wir pünktlich die Wohnung verliessen
und uns Richtung Bahnhof aufmachten. Es war toll sich von ihm gedankenlos
führen zu lassen, ohne darüber nachdenken zu müssen, ob
das auch wohl alles seine Ordnung hat, was er so macht. Er machte alles
ordentlich! Er sorgte dafür, dass es nicht den geringsten Anlass
gab, dass wir nicht am Bauernhof ankamen. Also er wusste ganz genau, wenn
er es wollte, was vor dem Gesetz des Staates richtig ist und was nicht.
Woher!? Das weiss ich nicht! Ich nenne es mal Instinkt. Gelehrt wurde
ihm das weder zu Hause noch in einer Schule, in welcher er kaum war. Er
lernte es vermutlich als Heroinbote, als er so um die 15 Jahre alt war.
Da hatten bestimmt die Heroinhändler pingelist darauf geachtet, dass
er während er als Heroinbote im Einsatz war nichts tat, was der Polizei
hätte verdächtig scheinen können. Welcher Polizist hätte
auch im Traum daran gedacht, dass ein blonder, hübscher, gut gekleideter,
lachend strahlender Junge als Heroinbote für einen erwachsenen Schwarzen
missbraucht wurde. Er wollte zum Glück als noch nicht ganz 18jähriger
weg vom Heroin und dabei musste er einen kompletten Bekanntenkreis-, Freundeskreis
möchte ich das jetzt nicht nennen, -wechsel vollziehen. Wohin hätte
er sonst wechseln sollen? Als Teenager ohne irgendwelchen gesellschaftlich
normalen Anbindungen. Da bot sich einfach als einziges nur die Stricherszene
an.
und da habe ich ihn ja auch gleich in seinen ersten Tagen kennengelernt.
In einer Zeit in welcher er voll mit Energie war um für sich zu einem
"besseren" Leben zu gelangen. Er landete bei mir! Einem 25jährigen
Chaoten, welcher weder mit beiden Beinen im Leben stand, noch irgendeine
Form des Erwachsenseins zeigte. Einem 25jährigen Chaoten, welcher
vor Selbstüberschätzung, unrealistischen Traumphantastereien
und Allmachtsgefühlen nur so strotzte. Wir kamen überpünktlich am Pariser Westbahnhof an, so dass genügend Zeit blieb, dass er mir erklären konnte, wie oft er dort als Jugendlicher gelebt hatte. Bei welchem Kiosk es die besten Hot Dogs gibt, bei welchem Kiosk es die billigsten Getränke gibt, an welchem Kioskpult er seine Ex-Freundin kennengelernt hatte mit welcher er bevor er zu mir zog, über 2 Jahre zusammengelebt hatte. Es war spannend und interessant, wie er mir aus seiner Sicht und von seinem Erleben her den Pariser Westbahnhof erklärt und beschrieben hatte. Der blonde Stricher hatte es geschafft, dass ich ab diesem Moment den Pariser Westbahnhof und nicht nur diesen, alle zukünftigen Bahnhöfe dieser Welt die ich noch bereisen sollte, mit ganz anderen Augen sehen sollte. Mein blonder Stricher kümmerte sich um unsere Tickets, kaufte und bezahlte diese. Eine Aktion, wozu die meisten Menschen hier sind, die für ihn aber bis zu diesem Tage fast einzigartig war. Er kaufte selbst zwei Bahntickets! Er machte etwas, wobei er jahrelang die anderen beobachtete und dessen Normalität für ihn jahrelang so weit entfernt schien. Bahntickets konnte man nicht klauen oder ´holen´ wie es in seiner Sprache heisst! Der blonde Stricher fragte nach den Tickets und bezahlte dafür und nahm diese in seine eigenen Hände entgegen. Klar, war ich fast jeden Schritt nah bei ihm! Als Sicherheit, falls etwas Unvorhergesehenes eingetreten wäre. Das fühlte er auch und liess ihn noch mehr mit sicheren Schritten diese Bahnticketkaufaktion erledigen. Wir wuchsen immer mehr zusammen, zu einer Einheit, zu einem Denken und Fühlen. So setzten wir uns in den Zug. Wir nahmen wie schon bei der Reise nach Marseilles ein
leeres Sechserabteil. Wir wollten so selten wie möglich und nur wenn
absolut notwendig, andere Menschen um uns herum. Er war nervös! Oh
ja! Mein blonde Stricherfreund war schon sehr nervös! Wir sassen im Zug im Abteil und mein Stricherfreund klebte wie so oft an der Fensterscheibe und kuckte die Landschaft vorbeiziehen. Es war etwas noch Neues für ihn. Es war etwas besonderes, etwas aussergewöhnliches für ihn mit dem Zug zu fahren! Mit bezahltem Ticket, daran dachte er bestimmt nicht, aber für mich zählte das viel. Er guckte in die weite, schöne Natur hinaus, wie sie am Zug vorbeizog. Es wurde immer ländlicher, bis wir am kleinen Zielbahnhof angelangt waren. Dort stiegen wir aus und wir mussten noch kurz auf die Bäuerin warten. Da der Bauernhof nicht direkt am Bahnhof lag, holte uns die Bäuerin ab. Auch das erledigte alles mein blonder Stricherfreund! Er teilte ihr mit, mit welchem Zug wir kommen und wann wir am Bahnhof sind und sie uns abholen kann. Sie war nicht hier! Kam aber gleich mit einem grossen Auto, wir stiegen ein, sie entschuldigte sich für die paar Minuten Verspätung und überschlug sich mit Worten zur Entschuldigung. Sie erzählte irgendwas mit, dass zur Zeit eine Kuh auch ein Junges bekommt und sie dies und das zu erledigen hat. Wie man es sich von einer Bäuerin vorstellt, hatte sie viel zu tun. und so verschwand rasch, der erst aufgetretene enttäuschende Gesichtausdruck auf dem Gesicht des blonden Strichers, der schon in Sorge war, eventuell vergessen worden zu sein oder in seinem Eifer doch etwas falsch gemacht zu haben. So fuhren wir ein paar Minuten bis zum Bauernhof. Es war ein moderner, kleiner, gepflegter Bauernhof mit viel freilaufendem Getier. Mein blonder Stricher war so aufgeregt vor Spannung auf die Babyhunde, dass er spätestens jetzt froh war, dass ich mit ihm mitgefahren war und mich entspannt ruhig mit der fahrenden Bäuerin unterhalten habe. Er hätte das in seiner Nervosität bestimmt auch geschafft, war aber froh, dass ich ihm das Höflichkeitsgespräch mit der Bäuerin abgenommen hatte. Sie wollte natürlich wissen, wo der Hund hinkommt. Was hätte der blonde Stricher über sich erzählen sollen!? Am besten wäre die Wahrheit gewesen, wenn er erzählt hätte, dass er einen Hund braucht, weil dass für ihn im Moment die beste psychische Unterstützung und Hilfe ist, die es nur geben kann. Aber das wäre wohl ein bischen zu viel verlangt gewesen. So holte ich die besten Geschichten über mich heraus und erzählte ihr über meine tolle schulische Ausbildung, über die eigene Wohnung, über den für mich gewohnten zärtlichen Umgang mit Tieren, da ich eigentlich auch vom Dorf komme und Tiere gewöhnt bin und so weiter. Bla Bla Bla Bla Bla. Die Bäuerin war zufrieden und mein blonder Stricherfreund schon längst mit seinen Gedanken bei seinem Hund. Wir stiegen aus dem Auto aus und folgten der Bäuerin und es dauerte nur ein paar Meter, da konnte man schon eine erwachsene Hündin sehen, welche von 3 kleinen Hundebabys umgeben war. Der blonde Stricher ging zielstrebig auf die Hunde zu! Niemand und nichts hätte ihn jetzt noch davon abhalten können! Er ging vor den Hunden in die Knie und liess sich von den Hundebabies besteigen und ablecken. Er war so glücklich! Nur um Bruchteile von Sekunden war ein Hundbaby, ohne zu zögern, als erstes bei dem blonden Stricher und begrüsste ihn. Ein schwarzes Hundebaby mit vier weissen Pfoten! Es war ab jetzt seines! Da uns die Bäuerin noch kurz zu einem frischgebackenen Kuchen ins Haus gebeten hatte, nahmen wir die Einladung an. Höflichkeitshalber! Wir sassen in dem mit Holzmöbeln bestückten Bauernwohnzimmer und erledigten die letzten geregelten Dinge. Wie Bezahlung des Hundebabys. Die Bäuerin verlangte nicht viel für das Hundebaby, sie erklärte fast entschuldigend, dass dies nur so viel sei, wie die Nahrung und notwenigen Impfungen bisher gekostet haben. Jede Minute, ja fast Sekunde in dem eigentlich schönen Bauernwohnzimmer mit dem leckeren selbst gebackenen Kuchen, war meinem blonden Stricher sichtlich zu lange. Zumindest sah und fühlte ich es. Er sass wie auf Nadeln und wollte nur noch zu SEINEM Hundebaby! Da die Bäuerin so und so viel zu tun hatte verabschiedete sie uns auch gleich wieder. Da der Weg zurück zum Bahnhof einfach war, gingen wir mit unserem neugewonnenen Familienmitglied zu Fuss zum Bahnhof zurück. So ein kleines, tollpatschiges, neues, süsses Familienmitglied! Das passte gut zu uns. Klein und schwarz mit vier weissen Pfoten! So gross wie die Mutter war, konnte man allerdings erahnen, dass dieses kleine Hundbaby auch mal richtig gross werden würde. Mein blonder Stricherfreund hatte auch gleich einen Namen: Gina. Keine Ahnung woher er diesen Namen hatte. Ich glaube, er hatte es mir erklärt, aber ich habe das mittlerweile vergessen. Fakt war: Ich war für die nächste Zeit für ihn nicht wirklich existent. Nur wenn er etwas brauchte und als ich einen kleinen Andeutungsversuch machte und mich bei der Erziehung SEINER Gina einmischen wollte, wurde ich gnadenlos in meine Schranken gewiesen! Somit war mir klar, dass ich die nächste Zeit, wenn ich Glück hatte, nur Voyeur sein darf. Er bevorzugte die freie Hundeerziehung. Am besten ohne Leine und Maulkorb. Eine Hundeerziehung basierend auf reiner Liebe! Es war so schön, den beiden zuzucken. Wie das kleine Hundebaby ihm folgte und auch mal nicht folgte und dann mein blonder Stricher dem Hundebaby folgte. Als wir mit dem Zug zurückfuhren war ich nicht existent! Absolut nicht! Zum Glück konnte ich gut damit leben und hatte das grösste Verständnis für seine neue Hundeliebe! Ich bin auf viele Menschen eifersüchtig, aber nicht auf Tiere oder Gegenstände. Damit habe ich null Probleme und das spürte der blonde Stricher auch. Die beiden waren so süss, wie er das Hundbaby auf der Zugbank beschützend umlegen hatte. Also er lag mit dem Rücken zu mir auf der Zugbank in Richtung Zugsitzbankrückenteil und dazwischen war Gina. Sie schien zu schlafen, nach der Aufregung um das neugewonnene Herrchen und in meines blonden Stricherfreundes erwuchs ein überdimensionaler Beschützerinstinkt. Ich bewegte mich so und so kaum und machte mir Sorgen, dass mein Atmen schon zu laut war. Aber als ich mich mit meiner Hand in Richtung schlafender Gina bewegte, explodierte mein blonder Stricherfreund in Gestig und Mimik fast wie ein Vulkan! Ich hatte verstanden! SEINE Gina schlief und darf um keinen Preis gestört werden! So wurde es eine ruhige Rückfahrt und alle waren zufrieden. Gina so und so mit ihrem sie über alles ab dem ersten Moment liebenden Herrchen. Der blonde Stricher natürlich mit dem kleinen haarigen Leben um das er sich in Zukunft kümmern und welches er vor allem Bösen und Schlechten dieser Welt beschützen darf. und ich auch, weil es für mich keinen schöneren Anblick gab, als diesen beiden bei ihrer friedlichen, über alles liebenden Einheit zu zugucken und natürlich auch Teil davon zu sein. Allerdings war das ja erst der Anfang! Wir schlenderten sorgsamst mit dem kleinen Hundebaby über die Gehsteige neben den gefährlichen Autostrassen von Paris bis zu dem naheliegensten, und dann doch ewig weiten, Tierbedarfsgeschäft. Dort besorgte mein blonder Stricherfreund alles, was er für notwendig hielt. Ich gab zu nichts einen Kommentar ab, ausser ich wurde in Ausnahmefällen gefragt. So wie das gesellschaftliche ordentliche Leben und Wohnen meiner Strenge unterlag, so unterlag Gina uneingeschränkt seiner Fürsorge. Klar hätte ich so gut wie alles anders gemacht. Aber das stand hier und jetzt nicht zu Debatte. Gina war sein Hund und sie sollte es auch bleiben und so befand ich es auch für gut und richtig! Der blonde Stricher hatte eine Aufgabe und die sollte ihn noch mehr, auch im Kampf gegen die Heroinentzugsschmerzen und im Kampf um das Erlernen um das Leben in der "normalen" Gesellschaft, bestärken. Gina war in der Wohnung und pisste auch gleich auf den Boden. So wie sie mit einem Blick bestimmend sagen wollte: "Das ist jetzt auch mein Platz und zu Hause!" Der blonde Stricher guckte mich mit einem entschuldigend, fast verzweifelten Blick in Angst um meine Reaktion von unten, als er bei Gina kniete, an und beruhigte sich in sekundenschnelle, als er merkte, dass ich einfach lächelte. Mir macht Hundepisse doch nichts aus! Die Welt war in Ordnung und wir waren jetzt zu dritt eins! Wir standen nicht in einer Reihe, wie es Psychologen vielleicht sehen wollen. So zum Beispiel Ich rechts, der blonde Stricher in der Mitte und Gina links. Nein! Wir standen gefühlstechnisch im Kreis. Ich neben meinem Stricher und Gina. Der blonde Stricher neben mir und Gina und Gina neben dem blonden Stricher und mir. Es passte alles! story copyright 1999 - 2008 by www.myspace.com/masterpatrick Spass machte, als wir eines Tages mal zur Flussinsel fuhren. Mit Gina ohne Leine! Der blonde Stricher leerte die Fressdose auf einen Pappkarton und stellte es Gina hin. Mitten in einer Fussgängermeile mit Geschäften auf der Flussinsel. Die Menschen guckten und dachten sich bestimmt, vielleicht sogar zu recht: ´asoziale Jugendliche!´ Aber den blonden Stricher interessierte so etwas genau so viel wie es seine Gina interessierte: Gar nicht! und ich mischte mich in nichts ein. So passte wieder alles. Wir legten uns auf eine mitgenommene Decke und relaxten in der nachmittaglichen Sommersonne. Es war sehr schön so! Bis ein offensichltich drogenkonsumierender und stark besoffener Mann zu uns kam und der blonde Stricher diesen noch bestärkte bei uns zu bleiben. Mir war das gar nicht recht! Genau solche Typen nützen, meiner Meinung nach das unschuldige Aussehen meines Stricherfreundes dazu aus, um für ihre Drogen- und sonstigen Geschäfte ihren alleinigen Gewinn aus irgendwelchen illegalen, schwer gefährlich Aktionen zu ziehen. Aber während solchen Momenten war es fast so, als hätte der blonde Stricher seine zu mir gerichteten, normalerweise höchstsensiblen Empfangsantennen, einfach auf fast null geschaltet. Er registrierte da kaum, das mir die Situation nicht gefällt und ich mich absolut unwohl fühlte. Erst recht, als sie nach kürzester Zeit über Drogengeschäfte sprachen. Es war ZUM KOTZEN! Innerlich kochte ich vor Wut und Verzweiflung über meine Machtlosigkeit in solch einer Situation. Jeder Zivilpolizist und sonstige staatliche Aufsichtsorgan hätte die Beiden sofort im Visier gehabt! und dann! Ja was dann!? Dann kam natürlich sofort meine bestens ausgeprägte Phantasie ins Spiel! Eine Phantasie welche mich in Minuten, fast Sekunden zu zerstören versuchte! Ich sah und fühlte schon, wie wir bei irgendetwas Belanglosen erwischt werden, verhaftet und ins Gefängnis gesperrt werden. Erst recht, als die Beiden sich alleine auf den Weg machten und mir der blonde Stricher sagte: "Ich bin gleich wieder hier, pass bitte so lange auf Gina auf!" Klar passte ich auf Gina auf! Aber was wäre, wenn er nie wieder zurückkommen würde, weil die Polizei die Beiden, bei was auch immer sie vorhatten, geschnappt hätte!? Ich warf ihm einen Blick zu, welcher ihn hoffentlich wie 1000 Schwerter durchfuhr! Er sollte es zweifelslos spüren, wie unrecht mir die jetzige Aktion war. Ich hasste ihn in solchen Momenten! Wieso? Weil er sich in meinen Augen immer wieder in Gefahren begab und Dinge tat, welche einfach nicht gesetzeskonform waren! Ich wollte nicht daran denken, dass ich ihn eventuell nur im Gefängnis besuchen kann! Ich wollte nicht daran denken, dass ich eventuell nicht neben und bei ihm sein kann, so oft und so lange ich es will, nur weil er im Gefängnis sitzt. Ich wollte mir keine Gedanken darüber machen, was wohl im Gefängnis passiert mit einem jungen, blonden, süssen Stricherjungen! Ich liebte ihn! und diese Gedanken durchbohrten mein Herz und stachen darin herum, dass es so weh tat, bis ich mit mir selbst resignierte! Da kam er auch schon zurück! Alleine! Er war nicht
allzu lange weg! Mein blonder Stricherfreund hatte meine Blicke verstanden!
Ich war jedoch fix und fertig und konnte mich nur noch von ihm beruhigen
lassen. Ich wollte da auch nie wissen, was die gemacht hatten. Aber er
erzählte es mir trotzdem meist um mich zu beruhigen. In seinen Erzählungen
und Erklärungen war immer alles halb so schlimm. Aber solche Situationen
machten mich fertig! Da waren sie wieder unsere zwei verschiedenen Welten.
Ich konnte aus meiner Haut nicht raus und er nicht aus seiner Haut! Da
war jetzt unsere Gina gut. Sie verband uns wieder mit ihrem nichts ahnenden,
unschuldigen, süssen Herumgeschlecke und tollpatschigem Herumgetrampel
auf unseren Körpern. Sie machte alles wieder gut. Aber in Wirklichkeit
trieb der Pfahl welcher uns trennen sollte immer tiefer in unsere einst
so unbeschwerte Partnerschaft ein. Wahrscheinlich spürten wir es
beide, aber keiner hätte es wahr haben wollen. So liessen wir uns
nun von Gina führen und wechselten unseren Platz auf der Flussinsel.
Wir holten uns so einen kleinen elektrischen Roller und fuhren abwechselnd
rum. So lange musste immer der andere auf Gina aufpassen! Wieder wurde
ein kleiner Lebenstraum von dem blonden Stricher in die Wirklichkeit umgesetzt.
Dieses einfache freie Elektrorollerfahren ist in einem Heroinkonsumierenden
und immer nach nachschubstrebenden Zustand so gut wie nicht möglich.
Das wusste der blonde Stricher und um so mehr genoss er diese Freiheit
auf einem Elektroroller zu stehen und sich am späten Nachmittag den
Wind ums Gesicht fegen zu lassen und frei zu bestimmen, in welche Richtung
der Elektroroller fährt. Ich spielte solange mit Gina! Oh Mann! Was
hatten wir für einen Spass! Auf der Liegewiese buddelte Gina ein
Loch nach dem anderen in der Wiese aus und ich buddelte ein Loch nach
dem anderen mit meinen Händen wieder zu. Alle umher liegenden Menschen
beobachteten uns. Die einen dachten bestimmt: "Die zerstören
mit ihren die Löchern die halbe Liegewiese und man sollte besser
die Polizei rufen!" und die anderen dachten bestimmt: "So glücklich
wie die sind, möchte ich auch wieder mal sein. Es macht so Spass
dem Typen mit dem Hund zuzugucken!" Beide hatten in meinen Augen
recht. Allerdings existierte für mich in diesem Moment nur ich, Gina
und mein auf dem Elektroroller umherkurfender blonder Stricherfreund.
Ich sah aus wie Sau! Voll mit Erde verdreckt tollte ich auf und in der
Wiese in den Löchern mit Gina herum. Dann wechselten wir wieder ab.
Ich fuhr ein bischen mit dem Elektroroller und mein blonder Stricher machte
weiter mit seiner Art der Hundeerziehung bei Gina. Wir hatten den Motorroller
über eine Stunde, ich glaube sogar fast zwei Stunden angemietet.
Mir bringt das nicht viel, auf so einem Elektroroller durch die Gegend
zu kurven. Obwohl es schon geil war sich so in die Kurven reinzulegen
und die Grenzen des Gerätes auszuloten. Auch der Wind fühlte
sich gut an, wie er so an meinem ganzen Körper vorbeizischte. Aber
allem in allem machte ich kurze Runden. Dann fuhr der blonde Stricher
wieder. Von mal zu mal hatte ich allerdings immer mehr Probleme, wahrscheinlich
weil ich so ausgiebig übertrieben mit Gina herumgetollt hatte, sie
ohne Leine in meiner Nähe zu halten. Sie lief immer weiter weg und
versteckte sich in irgendwelchen Hecken aus welchen sie oft ohne Hilfe
alleine nicht mehr rauskam. Tollpatschig! Sagte ich doch! Als ich das
meinem blonden Stricherfreund erklärte, reagierte er nicht drauf
und fuhr dennoch seine grossen Elektrorollerrunden, wo ich ihn oft minutenlang
nicht sah. Gina war SEINE Hündin und er hatte in erster Linie auf
sie aufzupassen.
und wenn er sie so erzog, dass ich immer stärkere
Probleme damit hatte, dass sie nicht wegläuft, dann musste er auf
sie aufpassen und auf die Rollertouren verzichten, oder kleinere Rollertouren
machen oder Gina mitnehmen. Wir diskutierten und streiteten. Oh ja! Wir
streiteten! Wie es in jeder Partnerschaft passiert! Das war ein fast vergessenes
Gefühl für mich und ich konnte mit der Situation schwer umgehen.
Jedenfalls war mir die Tatsache, dass wir stritten nicht recht.
und
schon gar nicht, dass mein blonder Stricherfreund nichts besser konnte
als in solchen Momenten die Weite suchen. Bei Streit war für ihn:
umso weiter weg um so besser! Eigentlich wie in vielen anderen Partnerschaften
auch. Der Streitboden wurde genommen, als die Mietzeit für den Roller
vorbei war und wir uns wieder ganz uns widmen konnten. So fuhren wir verdreckt,
nein nicht ´wir´, ich war ja nur verdreckt, mit der U-Bahn
wieder nach Hause und wussten an Hand unserer körperlichen und geistigen
Erschöpfung, dass wir den Tag richtig gut und sinnvoll miteinander
verbracht hatten! Bis auf den Vorfall mit dem Drogen-Sauftypen. Da bin
ich echt empfindlich und dass sollte mein blonder Stricherfreund ab diesem
Tage eigentlich begriffen haben. Die Betonung liegt in diesem Satz auf
´sollte´! bitte H I E R für teil 8 klicken |
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