Grün
a story written by Master Patrick

Zu dieser Zeit fuhr ich ab und zu nach Marseille. Dort besuchte ich meine Mutter und Schulfreunde. Auch meine beste Freundin lebte dort. Wir kennen uns seit ich 14 Jahre alt bin. Sie ist 2 Jahre älter. Als sie 18 Jahre alt war starb ihr Vater und hinterliess ihr eine grosse Holzhandelsfirma, Waldgrundstücke, ein grosses Grundstück mit Häusern mitten im Zentrum von Marseille und vieles mehr. Sie erzählte mir damals nur, wie viel Erbschaftssteuer sie zahlen muss. Das war damals zu Franczeiten im Bereich mit sechs Nullen dran. Jedenfalls war dieses junge Mädchen von heute auf morgen damit konfrontiert dies alles zu verwalten. Ganz zu schweigen davon, dass sie damit umgehen musste, dass ihr Vater gestorben war. Was soll nun ein 18jähriges Mädchen mit einer Holzhandelsfirma!? Antwort ist: Nichts! Sie verkaufte diese und stieg in den Kosmetikbereich ein. Sie schaffte es innerhalb von 5 Jahren mit sehr, sehr, sehr viel Arbeit, dass diese Firma zur grössten Kosmetikgrosshandelsfirma in Frankreich wurde. Dort konnte man alles bekommen: Die Kosmetikprodukte, die Einrichtungsgegenstände für eine Kosmetikfirma und die passenden Schulungen und Ausbildungen. Spezialisiert hatte sie sich auf Permanent-Make-up. Das ist so ne Art Tätowieren, das bleibt aber nicht ewig auf der Haut. So ungefähr 5 Jahre. So machte sie in ihrer Anfangszeit auch das erste Tattoo für meine erste grosse Liebe. Eine Meerjungfrau welche aus dem Wasser steigt tätowierte sie ihm auf den linken Oberarm. Das bekam er sozusagen von mir als Geburtstagsgeschenk. Mittlerweile liess er aus der Meerjungfrau einen Meerjungmann machen und ist mittlerweile fast auf dem ganzen Körper tätowiert. Sogar auf dem Schädel hat er so eine Art Alien tätowiert. So vergisst er mich jedenfalls auch nie. Da er von mir das Erste bekam.

Auch meine Tattoovorlage auf dem Arsch, einen indianischen Totempfahladler, habe ich von ihr. Allerdings liess ich es nicht von ihr machen, da ich ein Tattoo haben wollte, dass nie mehr weg geht. Klar, geht das heute mit Lasertechnik. Aber ihr wisst schon was ich meine. Ich liess mir das Tattoo als Andenken an 5 Jahre Paris machen, bevor ich aus Paris weggezogen bin. Von einem Pariser Tättowierer. Dieser war mal ein angesehener Pariser Rechtsanwalt. Verheiratet mit einer Frau und allem drum und dran, aber ohne Kind soviel ich weiss. Eines Tages, mitte 40 ungefähr bekam er einen Rappel und änderte von heute auf morgen sein ganzes Leben. Er trennte sich nach vielen Jahren von seiner Frau, mit welcher er sich aber dennoch weiterhin gut versteht. Geld hatte er ja genug. So besorgte er sich eine sehr grosse Altbauwohnung. So um die 200 m2 Meter gross und machte einen kleinen Tattoowierladen auf. Er machte dies nur aus Spass und unbegrenzter Lust am Leben. Viel Geld verdienen musste er damit ja nicht. Er tätowierte sich auch selber und liess sich tätowieren. Binnen 7 oder 8 Jahren war er mit Tattoos voll. Das bedeutet: Sein ganzer Körper, ausser Hände und Kopf ist voll tättowiert. Hände und Kopf sind aus diesem Grund frei, da er immer einen Anzug tragen können will, so dass man kein Tattoo sieht. Der Köper ist voll tättowiert mit Fistszenen, mit Tom of Finnland Muskelmännern, mit muskulösen Männern welche mit ihren Handgelenken an Ketten hängen, mit gepiercten Schwänzen und unzähligen steifen Schwä**zen und SM-Szenen. Seine ganzen Beine sind ganzflächig tättowiert. Das Muster sieht irgendwie aus wie eine griechische Strumpfhose. Zu all den Tattoos ist er noch überall gepierct. Alleine an Sack, Schwanz und den Bereich rundherum hat er bis zu 1 ½ Kilo Piercings, unzählige am Oberkörper, Bauchnabel und Brustwarzen, welche dadurch, dass einige Piercings rausgewachsen waren voll vernarbt sind. Den Tättowierladen hatte er zufällig um die Ecke von dem versifften Stricherladen, in welchem ich den blonden Stricher kennenlernte. Der Tättowierer lebt in einer jahrelangen Partnerschaft mit einem etwa 25 Jahre jüngeren Boy, welcher so Mitte 20 ist in einer SM-Beziehung. Dies war einer meiner ersten echten Kontakte mit SM-Menschen. Ich war froh, dass dieser Mensch mir das Tattoo auf meinen Arsch machte. Er wollte es zuerst für umsonst machen. Aber ich gab ihm dann doch 50,-- € Ich wusste, dass er das Tattoo mit Liebe macht und für ihn war es Bezahlung genug, dass er für 6 Stunden meinen knackigen Arsch in Händen halten durfte um diesen zu tättowieren.

Zurück zu meiner besten Freundin nach Marseille. Sie lebte und hatte die Firma in einem unübersehbaren Gebäudekomplex. Mit teuren italienischen CarraraMarmorböden, die Fassade war in einem kaisergelb gemacht, mit grossem Eingangstor, Garten mir Goldfischteich, Fuhrpark und vielem mehr. Dort konnte ich ohne Probleme einen Freund mitbringen. Zu Hause war dies nicht möglich, da meine Mutter mit Homosexualität nicht wirklich umgehen kann. So fuhr ich mit dem blonden Stricher für ein paar Tage nach Marseille. Wir nahmen den Zug, welcher für diese Strecke ungefähr 2 ½ Stunden benötigte. Wir hatten ein Kartenspiel dabei und er wollte unbedingt, dass ich ihm "Schnapsen" beibringe! Das hat nichts mit Alkohol oder Schnaps zu tun, vielleicht von der Ursprungsbedeutung ja, aber gemeint ist damit ein Kartenspiel, dass besonders bei der französischen Landbevölkerung und in Kneipen beliebt ist. In anderen Ländern wir Scat oder Poker gespielt und in Frankreich spielt man "Schnapsen". Mein Opa, kein echter, ich hatte nie einen echten Opa kennengelernt, ein Wahlopa, welcher aber fast so gut wie ein echter Opa war, hat mir das als Kind beigebracht. So fuhren wir, der blonde Stricher und ich im Zug und spielten Schnapsen! Innerlich wunderte es mich, mit was für einer Energie und einem Willen und einer Freude er das Schnapsenwissen in sich aufnahm. Wir spielten eine Runde nach der anderen. Auch so, dass er mal gewann. Ich liess ihn nicht gewinnen! Nein! Das musste er sich schon verdienen und das tat er auch! Auf der Fahrt erzählte er mir, dass es das erste mal ist, das er so weit von Paris wegfährt. OH MANN! DACHTE ICH MIR! Was geht denn da ab!? Da waren sie wieder die zwei verschiedenen Welten! Ich hatte fast die halbe Welt bereist oder zumindest das halbe Europa und für ihn war das die weiteste Reise in seinem bisherigen Leben! Mit fast 18 Jahren 250 Kilometer von Paris weg! Ich konnte es nicht wahrhaben. Aber es war so. Die weiteste Reise bisher war für ihn in einen Pariser Vorort, dass sind etwa 45 Kilometer von Paris. Wie hätte er auch reisen sollen!? Mit seiner Familie, welche nur Prügel und Alkohol im Kopf hatte!? Mit der Schule in welcher er so gut wie nie war!? Mit dem Geld, dass nie vorhanden war und wenn es da war für Heroin ausgegeben wurde, damit zumindest die Drogenbosse Weltreisen machen können und in grossen Villen leben können!? Fakt war: Es war die bisher grösste Reise in seinem Leben und so aufgeregt war er auch! Ich liebte ihn, wie ich ihm dabei zuguckte, wie nervös und aufgeregt er war! Wie er sich freute! Wie er nicht wusste was passiert wenn man von Minute zu Minute, von Kilometer zu Kilometer immer weiter von seinem gewohnten Wohnort wegkommt! Die Bahnstrecke von Paris nach Marseille führt auch über die älteste Eisenbahnbrücke der Welt oder Europas. Wenn man aus dem Zugfenster guckt sah man Bäume und Wälder vorbeihuschen. Man hatte einen Ausblick von Anhöhen, welcher einen Träumen lässt. Es herrschte absoluter Frieden zwischen uns. Unterstrichen wurde dieser Frieden durch das beruhigende Tack-Tack des Zuges, wie er über die Gleise fuhr. Tack-Tack, Tack-Tack, Tack-Tack. Auf dieser Strecke fahren meist sehr wenige Menschen und so hatten wir ein Zugabteil für uns alleine und in den angrenzenden Zugabteils waren auch kaum Menschen. Ausser dem Zugschaffner, welcher die Tickets kontrollierte, hatte man nicht viel Kontakt zu anderen Menschen. So hörte man nur das Tack-Tack des Zuges, wenn wir beide geschwiegen hatten. Ich könnte jetzt schreiben, dass dies einer der schönsten Momente mit ihm war, aber es war jeder Moment mit ihm der Schönste und es ist nach wie vor, Jahre danach, jeder Gedanke an ihn der Schönste! So fuhren wir mit dem Zug weiter und um besser mit seiner Aufregung umzugehen spielten wir Schnapsen. Tack-Tack, Tack-Tack, Tack-Tack, Tack-Tack, bis wir in Marseille am Hauptbahnhof ankamen. Er war zum ersten mal in seinem Leben in einer anderen, grösseren Stadt. Eine der grössten Städte Frankreichs.

Meine beste Freundin erwartete uns bereits zu Hause, dass wusste ich, da wir immer beide aufgeregt sind, wenn wir uns wieder sehen. Dennoch gingen wir zu Fuss und nahmen kein Taxi und ich liess uns auch nicht von meiner besten Freundin abholen, da sie durch ihre Firma meist sehr viel zu tun hat und ich war schon glücklich, dass wir bei ihr schlafen durften. Es hatte geregnet und nieselte noch leicht. Die Strassen waren nass und spiegelten. Es war früher Abend. So etwa 19 H. Vom Hauptbahnhof zu ihr geht man ungefähr 45 Minuten. Wir brauchten etwa 1 ½ Stunden. Ich spürte wie aufgeregt er war, in einer neuen Stadt zu sein. Ich war der einzige Mensch auf dieser Welt an welchen er sich in diesen Momenten geistig festhalten konnte. Er war nach wie vor auf Heroinentzug. Das darf man nicht vergessen. Das bedeutete, dass er Hyperenergie hatte. Er wirbelte meist herum wie ein Hurricane. Meist körperlich und wenn er seinen Körper einigermassen still hielt, wie bei diesem Spaziergang vom Marseiller Hauptbahnhof bis zu dem zu Hause meiner besten Freundin, dann wirbelte er geistig herum. Ich fühlte mich nach wie vor als Herr der Lage, dabei hätte mir wahrscheinlich jeder andere bestätigt, dass mir die Situation schon längst entglitten war. Aber das spielte in diesem Moment keine Rolle. Wir träumten und lebten zugleich unsere Träume. Immer wieder erzählte er mir von dem Nichts von dem zwei Jahre andauernden Loch, dass er während der Heroinzeit erlebt hatte und wovon er jetzt träumt. Seine grössten Träume waren: Na ratet mal! Eine Villa, eine Reise, eine Yacht, berühmt zu sein!? Nein! Alles falsch! Seine grössten Träume waren mit Gocartautos zu fahren, auf Rummelplätze zu gehen. Ja! Das waren seine grössten Träume! Dafür war keine Zeit als er als Teenager, welcher er ja immer noch war, als Heroinbote von einem Heroinumschlagplatz zum nächsten pilgerte. Für Rummelplatzerlebnisse war keine Zeit wo er täglich im Heroinrausch die Sorgen und Gedanken seiner Kindheit und des Alltags erstickte. Für Gocartautos war kein Platz wo er täglich bereits als 15jähriger mit Heroin dealte um sich selbst sein Heroin bezahlen zu können! Aber jetzt! Jetzt war Platz um zumindest seine Träume auszusprechen! Auf dem Weg vom Marseiller Hauptbahnhof zu meiner besten Freundin! Wir gingen an dem Stadtfluss vorbei. Das ist ein schöner kleiner Naturweg mit Bäumen und dem Rauschen den Flusses. Ich genoss jede Sekunde mit ihm und er wohl auch mit mir. Ich zeigte ihm meine Welt. Die normale Welt von Natur und Freunden und Reisen und Familie. Eine Welt welche für ihn fremd war.

Angekommen bei meiner besten Freundin wurden wir herzlich empfangen! Wie immer, wie es ihre Art ist! Herzlich, überschwänglich, mit einem grossen, strahlenden Lächlen über dem Gesicht, mit einer Flut von freundlichen Willkommenswörtern, mit festen, von tiefstem Herzen kommenden Umarmungen. Liebe, Freude und Herz wohnten hier. Wir waren angekommen! Ein weiterer Schritt für den blonden Stricher in meine Welt! Ich war mir sicher, dass er so etwas nicht kannte. So reagierte er unvoreingenommen herzlich zurück und strahlte und nahm die Freundlichkeit und Herzlichkeit welche ihm entgegengebracht wurde an! Es ist selten, dass ich einen Menschen in meine tiefste Privatwelt mitnehme. Aber wenn ich dies tue, weiss ich so gut wie sicher, dass es harmonisch ist. Meine Familie und meine Freunde, vor allem meine Besten, sind meine Stützen im Leben. Das Wichtigste was ich in meinem Leben habe! Welche Stützen hatte dieser blonde Stricher!? Die Strasse, Heroin, die Freier und vor allem sich selbst! Er beklagte sich nie! Weshalb auch!? Er kannte keine andere Welt. Dennoch verspürte ich einen innerlichen, ja fast Druck und Zwang, ihm die "normale" gesellschaftliche Welt zu zeigen und da von der besten Seite.

Fakt ist: Wir waren beide glücklich. Wir wären wahrscheinlich überall mit einander glücklich gewesen, aber nun waren wir in mitten von Marseille in einer der nobelsten, privaten Wohnanlagen der Stadt. Wir laberten und plauderten und hatten unseren Spass. Die Mutter meiner besten Freundin lebt im Nachbarhaus, wo auch die Firma untergebracht ist. Ein paar andere Wohnungen hat sie untervermietet und wir hatten die grosse Ausziehcouch im Wohnzimmer. Alles erinnerte an Versace. Die Vorhänge waren mit grossen Medusaköpfen gemustert, in den Farben königsblau und gold. Die Kissen passten dazu. Man merkt jedenfalls gleich, dass man hier in einem Haus war, wo etwas mehr Geld, etwas viel mehr Geld als üblich zur Verfügung steht. Zur Verteidigung meiner besten Freundin muss ich erwähnen, dass sie wirklich sehr dafür arbeitet. Vielleicht auch um nicht allzu viel über den Tod ihres Vaters nachdenken zu müssen. Jedenfalls lebt sie und nun ein paar Tage mit uns, man nenne mich "Lebenskünstler" und einem blonden Stricher, von welchem sie so gut wie gar nichts wusste. Sie vertraut mir und weiss, dass ich nur ganz besondere Menschen mitbringe. Er war der Dritte, neben meiner ersten grossen Liebe und einem guten schwulen Freund, welchen ich ihr vorstellte. ….und das war gut so, da er einer der prägensten und wichtigsten Menschen in meinem Leben ist. Sie vertraute mir so sehr, dass sie ohne etwas über ihn zu wissen. Ok, Sie sah sein Lachen, sein Strahlen, seine schönen, von Zahnärzten unbehandelten, weissen Zähne, seine leuchtenden Augen, aber sie wusste nichts und dennoch zeigte sie uns, mir noch mal zur Erinnerung, wo auf dem Grundstück der Eingangsschlüssel versteckt ist, damit wir jeder Zeit aus- und eingehen können. In diesem Moment dachte ich mir innerlich ganz laut und stark: "Liebe beste Freundin! Du kannst doch nicht jedem das Versteck des Hausschlüssels zeigen!" Ich hatte sofort Bedenken und Zweifel, unbegründet, jahrelang, ja fast bis heute machte ich mir Gedanken darüber, ob der blonde Stricher dieses Wissen des Schlüsselverstecks nicht mal ausnützt. Er tat es nie und hat es vielleicht auch schon vergessen, aber das glaube ich eher nicht, da er sich bestimmt genau so an jede Minute unseres Zusammenseins erinnern kann. Aber es zeigte mir, dass ich trotz all der Liebe und der Freude und des Glücks und des Wissens über seine tiefsten Geheimnisse kein Vertrauen zu ihm hatte. Das schockierte mich und war dennoch wahrscheinlich vollkommen menschlich. Wir klebten aneinander so oft und lange es ging und somit schluckte ich diese Sorge mit dem Schlüsselversteck runter. Es hätte ja auch nicht viel gebracht, wenn ich darüber gleich mit meiner besten Freundin gesprochen hätte. Ok, sie hätte das Versteck wechseln können. Aber war mein Misstrauen begründet!? Ich kann es bis heute nicht erklären und für solche Erklärungen braucht man wahrscheinlich auch dritte Personen. Meine beste Freundin erwartete noch eine andere Freundin aus Cannes zu Besuch. Da ging es um etwas Berufliches, keine Ahnung was das genau war.

Zu Erwähnen ist, dass ich der erste Mann war mit welchem der blonde Stricher zusammenlebte. Vorher lebte er, ich glaube ungefähr 2 Jahre mit seiner Freundin zusammen. In dem Haus meiner besten Freundin war, wie bereits erwähnt, das Wohnzimmerausziehsofa für uns als Schlafplatz reserviert. Dort verbrachten wir auch die erste Nacht. Bis zu dieser Nacht war jede Nacht neben ihm zu verbringen sorglos und frei. Für ihn war es die erste Nacht in einer Stadt 250 km weit von seinem gewohnten Paris entfernt. Er schlief gut, soviel ich mitbekommen habe. Mich allerdings liess das Erlebnis mit dem Schlüsselversteck nicht einschlafen. Ich vertraute ihm nicht und das irritierte mich! Mich plagten Gedanken und Sorgen ob es wohl eine richtige und gute Entscheidung war, ihn in das vermögende zu Hause meiner besten Freundin mitzunehmen. Mich liesen die wildesten Phantasien nicht einschlafen. Dass er mal alleine oder eventuell mit seinen Ex-Heroinbekannten mal alleine nach Marseille fahren würde und das Haus leer räumen würde. Wie hätte ich reagieren sollen, wenn meine beste Freundin mich eines Tages angerufen hätte und mir vielleicht erzählt hätte, dass sie ausgeraubt wurde, aber es wurden keine gewaltsamen Einbruchsspuren entdeckt! Sollte ich ihr gleich erzählen, dass ich mit einem Stricher bei ihr bin, welcher auf Heroinentzug ist. Was sollte ich ihr erzählen, wie würde sie reagieren!? Sollte ich in diesem Moment überhaupt einschlafen können, nachdem ich realisiert hatte, dass ich zu meinem blonden Begleiter kein Vertrauen habe!? In solchen Momenten bricht man unter den wüstesten Vorstellungen zusammen. Was bleibt ist ein Blick zur Seite, nach rechts, wo der blonde Engel liegt und schläft, man berührt ihn, man spürt seine sanfte, weiche Haut, man atmet tief ein und riecht ihn wohlriechend neben sich liegen. Ist das alles eine Illusion!? Spielt er mir nur vor das er schläft!? …und plant vielleicht schon in der ersten Nacht ein Verbrechen, nachdem er all den prunkvollen Reichtum gesehen hat!? War es nur eine Taktik mit welcher er mein Vertrauen erhaschte, nur um an meine beste Freundin ranzukommen!? Ich hatte das Vertrauen verloren! Nach so kurzer Zeit! Vielleicht waren wir auch aus diesem Grund so oft wie möglich zusammen, weil ich ihm nicht vertraute und ihn kontrollieren wollte!? Es war eine nie endende Horrornacht! Ich kannte die kriminellen Taten von Strichern nur zu gut! Ich kannte sämtlich Tricks und vertraute eigentlich keinem Stricher mehr! Warum sollte ich auch ihm vertrauen!? Weil wir uns liebten!? Weil ich ihn liebte! Liebte er überhaupt mich!? Was wusste ich schon über ihn ausser all seine Geschichten! Seine Lebensgeschichten welche er so noch nie einem Menschen anvertraute! Ich musste doch auch mal einschlafen! Es kommt ein neuer Tag, das war mir klar und ich kann doch nicht die ganze Nacht hindurch wach sein und so etwas wie WACHE HALTEN! Schreckliche Gedanken und Ängste plagten mich! Was blieb mir als mich in seine Richtung drehen. Er schlief auf dem Rücken mit dem Gesicht Richtung Zimmerdecke. Ich drehte mich zu ihm und legte meinen linken Arm auf seinen nackten Oberkörper! Ich spürte wieder seine sanfte, weiche Haut. Ich hörte ihn atmen.Ich guckte ihm seitlich ins Gesicht und versuchte im Dunkeln mit schallem Licht von draussen etwas in seinem Gesicht zu erkennen! Eine Reaktion, welche ihn verrät, vielleicht sogar überführt! Überführt des Verbrechens etwas mit dem Schlüsselversteck im Schilde zu führen! Nichts! Ich sah in seinem Gesicht nichts, was in diese Richtung deutete! Er schlief und genoss sichtlich die Berührung meines Armes auf seinem Brustkorb. Es war für mich wohl kaum eine Umarmung der Liebe und Freuen an dem anderen Körper! Es war ein Festhalten! Ein Sicherheitsgriff! Damit ich endlich einschlafen konnte und es merkte, wenn er aufsteht oder sich auch nur bewegt. Ich hielt ihn fest und spürte ihn und ich war wieder glücklich und ich hatte Angst. Mir kullerten Tränen aus den Augen! Es waren Tränen der Freude und des Glücks über die Begegnung mit diesem Menschen und es waren Tränen der Trauer, welche ich hatte, da ich erkannte, dass ich so wenig Vertrauen zu ihm hatte, ja sogar Misstrauen! Dennoch liebte ich ihn und manche Momente hasste ich, dass ich mir durch die Nacht so viel Gedanken machte, welche mich nicht einschlafen liessen! Ich erkannte sein Gesicht immer besser, im Dunkel der Nacht. Ich beobachtete seine jugendlichen Züge. Ich beobachtete seine Narben in seinem Gesicht. Ich beobachtete sein dunkelblondes, halblanges Haar, wie es teilweise zwischen Kopf und Polster verschwand. Ich beobachtete seine grossen, schönen Lippen. Ich beobachtete sein perfektes Gesicht. Ich war mit den teuersten und bekannsten Models der Welt in einer Agentur in New York und Mailand und anderen Städten zusammen und hatte selten so ein perfektes, schönes Gesicht gesehen, wie es in dieser Nacht wieder neben mir lag! Ich legte meine Hand auf seinen Schwa**z, welcher mit einer dünnen Seidenunterhose bedeckt war. Sonst hatte er nicht mehr an. Immer nur diese Seidenunterhose. Ich spürte wie sich sein Schwa**z durch meine Berührung leicht erregte. Ganz erregte! Dennoch schlief er. Ich fühlte seinen Puls. Ich fühlte wie sein Blut durch seinen ganzen jugendlichen Körper gepumpt wurde. Er war immerhin 7 Jahre jünger als ich. Ich lauschte gerne seinem Atem der Nacht während des Schlafes. Ich fühlte gerne sein Herz, wie es pumpt in der Ruhe der Nacht. Nein! Dieses Herz pumpte nicht normal! Ich weiss wie Herzen normalerweise in der Nacht das Blut durch den Körper pumpen: Langsam und regelmässig. Aber dieses Herz funktionierte anders. Die Qualen der Kindheit! Die schlaflosen, angsterfüllten Nächte in den selben Räumlichkeiten eines prügelnden Stiefvaters und einer machtlosen, alkoholkranken Mutter und eines gequälten Hundes liesen dieses Herz anders schlagen. Noch dazu kam der Entzug des Heroins. Das Herz pulsierte ganz unregelmässig. Mal schnell, mal langsamer, mal mit Pausen, dann presste das Herz wieder im Akkordtakt Blut nach. Dann arbeitete es wieder langsamer. Dann fand es wieder seinen Rhythmus, dann verlor es ihn wieder. Sein schlafendes Engelsgesicht spiegelte auch beim Schlafen die Vergangenheit wieder. So schön es war, so hart, wachsam, selbstaufgebend, resignierend und starr war es auch. Es war nicht tot! Nein! Es gibt keine toten Gesichter bei lebenden Menschen! Dieser blonde Mann lebte! Anders! Ja! Das schon! Aber er lebte! …auch wenn er schlief! Chrrrrrrrrrrrrrrrr So schlief ich ein.

Als wir am nächsten Morgen erwachten hatten wir das ganze Haus für uns alleine. Für mich nichts Neues. Meist steht meine Freundin früh auf und geht ihrer Arbeit nach. Meistens ist sie dabei im Nebengebäude in den Büro- und Schulungsräumlichkeiten oder bei irgendwelchen Aussenterminen. Wir schliefen richtig schön und gut aus! Es war hell und die Sonne schien als wir aufwachten. Die Rollländen waren leicht zu. Es war ein schöner Tagesbeginn. Es reichte für mich an diesem Tag eigentlich schon dafür aus wenn wir zusammen aufgewacht waren. Ich kenne mich in dem Haus sehr gut aus und somit konnte uns meine beste Freundin auch mit gutem Gewissen alleine lassen. Wir frühstückten, gingen aufs Klo, zogen uns an und erforschten die für ihn neue, fremde Stadt bei Tageslicht. Zuerst suchten wir meine beste Freundin in den luxuriös eingerichteten Kosmetikschulungs- und Büroräumlichkeiten mit den grossen, schweren Holzbacken drin, auf. Überall spiegelnder Carraramarmor! Die Treppen, die Böden, alles weisser, blanker, glänzender, strahlender Carraramarmor. Aber dieses Strahlen und Glänzen des Carraramarmors war nichts gegen das Strahlen und Glänzen MEINES blonden Strichers, wie er über den Boden ging. Der Carraramarmor verblasste fast gegen ihn, (Das musste ich einfach jetzt so schreiben! :) Wir stiegen die Carraramarmortreppe hinauf, begrüssten die Mutter meiner besten Freundin holten uns beide die liebevolle, mittlerweile gewohnte Umarmung meiner besten Freundin ab und gingen auch gleich wieder, da sie viel zu arbeiten hatten und ich sie dabei nicht aufhalten oder stören wollte.

story copyright 1999 - 2008

by www.myspace.com/masterpatrick

Meine Schwester war mit ihrem Kleinsten bei meiner Mutter zu Besuch. Dies war eigentliche der Hauptgrund weshalb wir nach Marseille gefahren waren. So fuhren wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie Strassbahn und Bus zu meiner Mutter, meiner Schwester und Neffen. Für mich war diese Stadt zu Hause. Der blonde Stricher war Tourist und so benahm er sich auch. Er guckte und guckte und erfreute sich daran eine neue Stadt, seine ERSTE neue Stadt mit Bus und Strassenbahn zu durchfahren und immer wieder neue Ecken zu entdecken. Es war wieder da, das Gefühl welches uns verband! Er konnte ja nicht ahnen durch welche Psycho-Hölle ich in der Nacht gegangen war. Sie war weg und so gut wie vergessen. Ich stellte diese Nacht im hintersten Winkels meines Gedächtnisses ab und so waren wir wieder eins. Fast! Ich erklärte ihm das eine und andere der Stadt. Marseille ist eine schöne Stadt mit schönem Altstadtkern und schönen Menschen. Eine friedliche Stadt und dennoch, was er vermutlich nicht wusste, ist Marseille, hinter vor gehaltener Hand, das Heroinlager von Paris und anderer Städte. Dadurch, dass es hier so friedlich und ruhig ist, können die Heroingrosshändler dort in aller Ruhe leben und ihren Geschäften nachgehen. Also war der blonde Stricher seiner näheren Vergangenheit näher als er es sich je hätte vorstellen können. Wir sprachen nicht darüber. Wir sprachen in Marseille nicht über Heroin oder Stricherthemen dafür fühlten wir zu sehr die Illusion einer Gesellschaftsnormalität, welche uns gemeinsam erreicht hatte. Wenn er körperliche Entzugserscheinungsschmerzen hatte, wie zum Beispiel entlang der Wirbelsäule, das erzählte mir schon. So schlimm die Schmerzen vermutlich auch waren, so wenig reagierte ich darauf. Ob dies ein Fehler war oder nicht, ich kann es nicht mehr beurteilen. Aber was hätte ich tun sollen? Zu einem Arzt gehen oder in eine Apotheke und etwas gegen Heroinentzugsschmerzen holen! Soweit war ich damals nicht. Ich dachte nicht mal daran. Ich fühlte mich stark genug um mit ihm alleine die Sache durch zu stehen! Punkt. Da gab es auch nichts zu rütteln.

Meine Mutter wohnt im 9. Stock eines Hochhauses.

bitte H I E R für teil III klicken

 

zurueck
CSD-Pix

bitte H I E R für teil I klicken

bitte H I E R für teil III klicken

bitte H I E R für teil 4 klicken

bitte H I E R für teil 5 klicken

bitte H I E R für teil 6 klicken

bitte H I E R für teil 7 klicken

bitte H I E R für teil 8 klicken

bitte H I E R für teil 9 klicken

bitte H I E R für teil 10 klicken

bitte H I E R für teil 11 klicken

bitte H I E R für teil 12 klicken

bitte H I E R für teil 13 klicken

bitte H I E R für teil 14 klicken

bitte H I E R für teil 15 klicken

bitte H I E R für teil 16 klicken

bitte H I E R für teil 17 klicken

bitte H I E R für teil 18 klicken

bitte H I E R für teil 19 klicken

bitte H I E R für teil 20 klicken