| Grün | |||
| a story written by Master Patrick | |||
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Es war vorbei! Ich war nach Hause gegangen und war frei!
Frei im Kopf, allerdings nicht frei im Herzen. Es tat vorerst gut im Kopf
frei zu sein. Es tat gut sich selbst nicht andauernd mit etwas auszusetzen
wovon ich keine Ahnung hatte und womit ich überfordert war: ein Heroinentzug.
Es tat vorerst gut, dass ich mich im Kopf wieder voll und ganz meinem
eigenen Leben widmen konnte ohne selbsterzeugte Eifersuchts- und Misstrauensgefühle.
Ich war einfach noch nicht in meinem Leben bereit dazu für einen
anderen Menschen Verantwortung zu übernehmen, da ich ja noch lange
nicht mal für mich selbst Verantwortung in meinem Leben übernommen
hatte. Ich fühlte mich im Kopf frei! Jedoch geht das mit dem Herz-
und mit dem Kopfzusammenspiel ja nun mal nicht ganz so einfach und so
fehlte er mir im Herzen nach wie vor, sobald mein blonder Stricher nicht
in der Nähe war. So wie jetzt. Zu diesem Zeitpunkt war ich allerdings
hauptsächlich mit meinem Kopf beschäftigt, welcher mir immer
und immer wieder sagte: "Das war das Beste was du hast für dich
UND für ihn tun können! Nur so haben wir beide eine Chance weiterzuleben
und auf unserem eigenen Lebensweg unser Leben alleine in Griff zu bekommen,
denn nur so kann es auf Dauer funktionieren." Mein Kopf beruhigte
mich immer wieder, während mein Herz in Strömen blutete und
schmerzte. So ist das Leben dachte ich mir, man muss Opfer bringen um,
wie in diesem Falle, länger auf dieser Erde zu leben und zu sein!
Es war eine Entscheidung welche ich Minuten später das erste Mal
bereut hatte, jedoch gab es auch kein zurück mehr. Getan war getan
und gesagt war gesagt. Die Nacht war kalt und einsam, und in solchen Momenten lies es in mir keine Zweifel offen, dass ich alles falsch gemacht hatte. Ich konnte nicht einschlafen. Drehte mich non-stop von einer Seite des Bettes auf die andere, mit dem Wissen, dass niemand anderes im Bett liegt, welcher es, durch sein Schlafen, verhindert, dass ich das ganze, grosse Doppelbett für mich alleine in Anspruch nehme. Ich stand zwischendurch auf und legte mich wieder ins Bett. So ging es die halbe Nacht, bis ich doch endlich einschlief. Aber nur kurz. Früh morgens wachte ich von alleine wieder auf und realisierte, das mein blonder Stricher noch immer nicht nach Hause gekommen war, dass er mich nicht im Schlafe überrascht hatte und auf einmal hier war! Mein Phantasien spielten sämtliche mögliche und unmögliche Vorstellungen durch. Lag er in den Armen meines über 30 Jahre älteren Freundes und war nun mit ihm zusammen!? Hatte er einen Heroinfreund getroffen und liegt, bewegungslos, voll gepumpt mit Heroin in irgendeiner Strassen- oder Wohnungsecke, womöglich tot!? Lag er in den Armen einer seiner vielen Ex-Freundinnen und hatte die ganze Nacht Sex hinter sich!? Schlief er womöglich alleine auf der Seineinsel auf irgendeiner Wiese!? War ihm etwas anderes passiert!? Quälende Vorstellungen in meinem Kopfe. Er war noch nicht hier! Mein blonder Stricher war noch nicht nach Hause zurückgekehrt! story copyright 1999 - 2008 by www.myspace.com/masterpatrick Es war bereits 1 ½ Tage später am Vormittag. Es wurde Mittag und es klingelte! Meine Nachbarin!? Mein über 30 Jahre älterer, bester Freund!? Der Postbote!? Ein Freund oder eine Freundin!? Ich stürmte zur Türöffnungsanlage und hielt kurz davor inne. Ich erstarrte kurz und griff nach dem Hörer der Türanlage: "Ja, hallo!" Er war hier! Er war gekommen! Mein blonder Stricher war hier! Es gingen mir bis er den Aufzug genommen hatte und im fünften Stock angekommen war, 1000 Gedanken durch den Kopf. "Wäre auf einmal alles vergessen und wieder gut!?", "Kommt er mit mindestens fünf Bekannten und randaliert!?", "Fällt er vor mir auf die Knie und bittet mich um Verzeihung!?", "Sollte ich auf die Knie fallen und um Verzeihung bitten, so wie ich es schon einmal bei meiner ersten grossen Liebe gemacht hatte und wir beide in Tränen ausbrachen!?", "Sollte ich ihm eine Ohrfeige ins Gesicht knallen!?", "Sollte ich ihn anschreien, beschimpfen und ihm eine Szene machen!?", "Würde er mich eventuell anschreien und mir eine Ohrfeige ins Gesicht knallen versuchen!?". Der Aufzug kam im fünften Stock an und mein blonder Stricher ging aus dem Aufzug heraus. Sein Gesichtsausdruck war aussagelos, gleichgültig. Er guckte mich weder richtig an, noch begrüsste oder registrierte er mich richtig. Er kam alleine. Er ging in die Wohnung und packte sich seine Sachen zusammen. Die einzige Konversation welche zwischen uns herrschte war diese, wenn er sich bei einem Kleidungsstück oder anderen Teil nicht sicher war, wem was gehörte und mich ab und zu fragte: "Gehört das jetzt dir oder mir!?" So packte er seine Sachen zusammen. Ich guckte dabei nicht richtig zu, was er einpackte und nicht. Ich war zu sehr damit beschäftigt ihn, meinen blonden Ex-Stricherpartner dabei zu beobachten wie er sich, in jetzt alleine meiner Wohnung, bewegte. Es war die letzte Möglichkeit ihn hier zu sehen, wie er sich bewegte, wie er guckte, wie er am Boden vor seinen Taschen kniete und ein Teil nach dem anderen einpackte. Ich lag dabei einsam im Bett und so viel und so sehr ich ihn anguckte, so wenig guckte er mich an. Ich spürte seine Verzweiflung und vor allem Enttäuschung. Er hatte soviel Hoffnung in die Beziehung und Partnerschaft mit mir hingesetzt. Er hatte sein Leben von heute auf morgen verändert um mit mir zusammen zu sein und ein neues Leben zu beginnen! Er konnte es einfach nicht verstehen und begreifen, was passiert war. Er konnte mich nicht mal danach fragen. Er war so stark und versuchte all dies was geschehen war, die Träume welche auf einmal mit mir wie eine Seifenblase zerplatzt waren, zu verarbeiten. Er fühlte sich stark genug dafür! Mein blonder Stricher fühlte sich stark genug um einfach seine Sachen einzupacken und zu gehen. Ich fühlte mich in diesem Moment einfach nur kraftlos und machtlos. Ich verfluchtete das Leben, dass es so ist und so schrecklich mit uns Menschen spielte! Ich konnte mit dieser Situation nicht umgehen, in welcher ich einfach im Bett lag und zuguckte wie die grösste Liebe meines Lebens am Boden kniete und seine Sachen in die Tasche packte. Ich tat das, was ich immer tue, wenn ich nicht weiss was ich tun soll oder / und mit einer Situation absolut überfordert bin: Ich tat und tue nichts! Einfach nichts und warten was passiert, ohne etwas zu tun, weil ich Angst habe, dass alles was ich tue falsch ist. Es war schrecklich! Draussen schien die Sonne und es war nach wie vor Sommer!
Es war schönstes Wetter und in meiner Wohnung, in meinem Herzen vollzog
sich zugleich einer der dunkelsten Tage meines Lebens. Mein blonder Ex-Stricher
fragte mich: "Darf ich das haben?"
und er streckte mir
meinen Halfmoon entgegen. Das ist so ein Diskolicht, welches ich während
meiner Diskothekenveranstaltungszeit mal gekauft hatte. Das war so ein
halbrundes, deshalb auch der Name, Gerät mit verschiedensten, farbigen
Glaseinsätzen und darin war eine starke Lampe und das konnte sich
in sämtliche Richtungen drehen. Für ihn als Technikfreak natürlich
ein tolles Ding! Klar konnte er das haben! Keinen Wunsch hätte ich
ihm in diesem Moment abgeschlagen! Keinen! Hätte er mich gefragt,
ob alles wieder gut sei, oder ob wir nicht doch zusammen sind, oder das
vorgestern Nacht einfach nur doof gewesen wäre, oder ob er die halbe
Wohnungseinrichtung hätte mitnehmen können, oder ob ich ihn
hätte heiraten wollen, was in diesem Moment natürlich der abstrakteste
meiner Gedanken war. Ich hätte auf alles mit "Ja" geantwortet.
Nur als er mich fragte, ob er auch die Tonne für seine Box mitnehmen
dürfte, sagte ich "Nein", weil ich dadurch erreichen wollte,
dass ich noch etwas in der Wohnung hätte, dass er will und er somit
wieder mal in die Wohnung kommen würde. Das war natürlich ein
absoluter Irrgedanke! Mein blonder Stricher hatte alle Sachen zusammengepackt,
verabschiedete sich kurz und ging aus der Wohnung. Es war vorbei! Es
war nicht nur vorbei! Mein blonder Stricher war aus der Wohnung genau
so schnell ausgezogen wie er eingezogen war! Es waren nur etwa 6 Wochen,
dass wir zusammenlebten und uns geliebt hatten! Es waren nur SECHS Wochen!
und es kam mir wie mein halbes Leben vor! So sollte es auch anschliessend
sein! Diese Zeit beschäftigt mich nach wie vor und ist mittlerweile
vor über fünf Jahren passiert! Mein blonder Stricher war aus
meiner Wohnung ausgezogen und lies mich in meiner Wohnung alleine zurück.
Ich fühlte mich so leer wie nie zuvor in meinem Leben. Ich fühlte
mich so kraft- und machtlos wie nie zuvor in meinem Leben. Ich fühlte
mich so beschissen vom Leben, wie noch nie zuvor in meinem Leben. Die
schwere Sicherheitstüre lies ich nachdem mein blonder Stricher mit
dem Aufzug bergab gefahren war noch lange offen und stand in der Türe!
Was hoffte ich!? Das mein blonder Ex-Stricher es sich überlegte und
wieder umkehrte und mit dem Aufzug wieder zurückkam!? Ja! Das wünschte
ich mir und spürte im selben Moment, dass das wohl das Unrealistischte
war, was man sich in diesem Moment hatte vorstellen können. Dennoch
blieb ich in der offen Türe stehen. Lange. Bis ich in die Wohnung
zurückkehrte und die schwere Türe ins Schloss fallen lies und
auf einmal alleine in einer für mich halb leer, ausgeräumten
Wohnung stand. Er hatte ja nicht viel mitgenommen, aber es erschien für
mich alles so leer und einsam. JETZT war ich mit mir alleine und mussten
gucken wie das Leben weitergeht, so wie er gucken musste wie sein Leben
weitergeht! Ich fühlte mich meist als der weit Stärkere von
uns beiden, allerdings spürte ich in diesem Moment wie schwach ich
gegen über meinem jetzt Ex-Stricherfreund war. bitte H I E R für teil 18 klicken |
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