Grün
a story written by Master Patrick

So machten wir immer mehr jeder für sich sein eigenes Ding. Wir fühlten uns zwar nach wie vor als eins, jedoch hatte sich in jedem von uns so viel angestaut, was jeder nur für sich alleine verarbeiten kann, dass wir immer mehr unsere eignen Wege gingen. Sogar so stark, dass wir uns nicht mehr gegenseitig bedingungslos erzählten, was wir ohne den anderen gemacht hatten, wo wir waren, mit wem wir die Zeit verbracht hatten. Wir waren beide entsetzt und darüber schockiert wie schnell sich so eine liebesorientierte Beziehung wie wir sie führten unkontrollierbar ändern kann. Wir wollten dies beide nicht, aber wir konnten aus unserer Haut nicht raus und dass wir beide aus so unterschiedlichen Welten kamen, damit konnten wir beide sehr schwer umgehen. Wir akzeptierten und respektierten uns beide nach wie vor und liebten uns wahrscheinlich noch mindestens genauso wie am ersten Tag, aber die Gewitterwolken welche über uns aufzogen waren kaum zu übersehen und zu ignorieren.
Wir hatten in unserer kleinen 32 m2 Ein-Zimmer-Wohnung alles, was wir brauchten. Es war für uns beide noch kein alltäglicher Prozess in einer gesellschaftlich ordentlichen Wohnung zu leben, jedoch war das ein Ziel, welches wir beide gleichermassen anstrebten. Für Anfänger, welche wir beide im selbständigen Wohnen waren, führten wir einen sehr guten Haushalt. Klar, gibt es immer Dinge welche es zu verbessern gibt, aber die wichtigsten Dinge haben in absolutem Einverständnis und mit absoluter Harmonie funktioniert. Der Einkauf zum Beispiel wurde am liebsten von uns beiden erledigt. Hatte einer mal keine Zeit, dann erledigte dies der andere. Dann wurde gekocht! Das übernahm mal er mal ich. Aber wenn es ging nie beide! Er konnte sehr gut kochen und ich auch! …und so hatte entweder er gekocht oder ich gekocht um dann die ´hmmm lecker´-Lorbeeren des anderen voll und ganz für sich zu ernten und das machte auch Spass so. Meist kristallisierte sich das Kochen nach demjenigen welcher einkaufte heraus. Wenn mein blonder Stricher einkaufte, dann kaufte er gerne mal frische, saftige Steaks dazu und hatte diese mit ebenso grosser Liebe, wie er sie eingekauft hatte auch gebraten und dann gegessen. Wenn ich einkaufte, dann ging es eher in Richtung öko und Gemüse, eventuell Fisch dazu. Das schmeckte dann besonders mir, meinem blonden Stricher jedoch mindestens genauso. Es war ein guter Wechsel und Ausgleich und so lernten wir uns einander auch in dieser Hinsicht schätzen. Der Abwasch funktionierte ebenso nach einem einfachen, unplanmässigen Prinzip. Derjenige welcher Lust dazu hatte, der machte den Abwasch, Das war ganz unabhängig davon, ob man jetzt gekocht hatte oder nicht. Wenn der eine zum Beispiel etwas besonderes leckeres, aufwändiges kochte, dass viel Zeit in Anspruch nahm, dann übernahm logischerweise der andere den Abwasch. Sonst galt die Regel, wer eher die Zeit dazu hatte, derjenige machte den Abwasch. Da meine ich aber nicht damit so streng abgegrenzt, wenn jemand zur arbeitet geht. Auch wenn der eine vor dem essen gerade so mitten in seinem Hobby drin war, mein blonder Stricher zum Beispiel im Zusammenbauen von Stereoanlagen oder ich mit dem Grünzeug auf dem Balkon beschäftigt war, dann bedarf es meist nicht mal eines Satzes, dass der andere den Abwasch selbständig machte. Wir waren ein perfektes Team! Klar hatte man auch Wünsche und Träume nach mehr! Aber dass war generell nicht so wichtig. Ganz lapidar gesagt hatten wir beide andere Prioritäten. Mir war es das wichtigste dass er seinen Heroinentzug erfolgreich durchzieht und diesen schafft und sein wichtigstes Anliegen war ganz einfach, dass es mir gut geht und ich am besten die ganze Zeit nur lache. Kann es schönere Ziele in einer Partnerschaft geben!? Was ich bisher in meinem Leben erlebte, waren dies die schönsten Ziele welche es je in einer sich total gegenseitig liebenden Partnerschaft zu erreichen galt.
So ging der blonde Stricher als es abends wurde wieder seinen Wegen nach. Darüber wusste ich nie so bescheid, weil ich dass als seinen persönlichen Freiraum ansah und diesen bedingungslos respektierte, solange es dadurch keine Probleme gab, welche sich bis in unser Privatleben zogen. Ich hatte in dieser Nacht nicht viel zu tun und so besuchte ich meinen 30 Jahre älteren besten Freund, welcher ja im selben Haus wohnte. Besonders ihn hatte ich so richtig vernachlässigt, weder besucht, noch angerufen, sonst noch einen Kontakt gesucht. Klar! Ich sah in als Gefahr an! Ich sah in ihm einen Menschen, welcher es auch darauf angelegt hatte mit meinem Lebenspartner intim zu sein. Es war schon schlimm genug, dass ich damit leben musste und immer wenn ich ihn sah oder an ihn dachte, daran denken musste, dass er vor mir mit meinem blonden Stricherfreund ein erotisches Zusammentreffen hatte. Dennoch suchte ich in diesen Zeiten der Wirren mit meinem blonden Stricherpartner die Nähe zu ihm und seinen Rat und besuchte ihn.

Seine Wohnungen waren immer perfekt eingerichtet und beeinflussen meinen Wohnungsstil bis heute. Da mein bester 30 Jahre älterer Freund so viel aus diesen etwa 70 und 80 m2 Wohnungen machte, lag daran, dass er weit über 20 Jahre mit einem echten französischen Baron liiert war und mit diesem in einem kleinschlossähnlichem Haus, das ist untertrieben, nennen wir es mal Villaschloss lebte. Zu dieser Zeit war er eine sehr wichtige Person in der französischen Gesellschaft. Er war ein bekannter Modedesigner, welcher selbst Modedesigner wie Versace beeinflusste. Er betrieb auch mal unterschiedlichste Gastronomiestätten, welche jeweils immer zu den In-Lokalen der Stadt zählten. Er machte Privatparties wo selbst Gäste wie Liz Taylor und Clint Eastwood anwesend waren. Er selbst wurde demnach auch zu den angesagtesten Partys weltweit eingeladen, zum Beispiel zu solchen für welche die besonderen Gäste hangezeichnete Miro-Einladungskarten bekamen. Klar, das war eine andere zeit, jahrzehnte her. Er war auf du und du mit Helmut Berger, Falco und weltweitem Hochadel. All diese Erfahrungen spiegelten sich in seiner Wohnung wieder. Mittlerweile genoss er lieber ein Leben als No-Name, kleine Sex- und Drogenparties zu machen und mit so Freunden wie mit mir durch das Pariser Rotlichtmilieu zu wandern.

In seiner Wohnung sah es aus wie in einem Kunstmuseum. An den dunkelolivgrünen Wänden hingen unzählige Gemälde, welche ihm von Bekannten und Freunden geschenkt wurden, in unterschiedlichsten Grössen. Viele in üppige, goldene Holzrahmen gekleidet. Überall standen üppige Blumenbukets, welche Kunstblumen waren und dennoch so unglaublich echt wirkten, weil er diese mit echten Pflanzen mischte. In jedem Raum gab es eine grosse Pflanzeninsel auf welcher er unzählige grüne Blattpflanzen pflegte und grosszog. Dazwischen stand ein grosser, hölzerner, asiatischer Drachentiger mit grossen Augen und einem grossen offenen Maul mit Zunge in welchem er ein duftendes Ornament hineingestellt hatte. Es gab grosse Porzellangeparden in dieser Wohnung Generell hatte es viel dschungelmässigen Flair. Mit all den Leoparden- und Gepardenmusterpölstern. Auf jeder Couch, dem grossen Bett und den Sofasesseln gab es unzählige Kissen ebenso in weiss und pflanzengemustert, welche alle geordnet herumlagen. Die grosse Couch und die Couchsesseln waren mit einer grossen weissen Decke überdeckt an dessen Ende eine Kordelborte und ein luxuriös, wirkendes Stoffband angeklebt war. Als Tisch hatte er eine grosse indische, kunstvolle, per Hand geklöpelte Messingplatte mit Messingkerzenständern und Messingdosen und Messingaschenbechern und anderem Messingzeug drauf. Dies wirkte sehr orientalisch und strahlte bei jedem Licht. Es gab an den Ecken Lampen mit riesigen Lampenschirmen, welche abends und nächtens tolles Licht ausstrahlten. Generell hatte er sobald es dunkel wurde und auch mal tagsüber immer viel Kerzenlicht. Als Vorhänge hatte er üppige, dunkelgrüne Samtvorhänge, so war er jederzeit in der Lage auch tagsüber eine dunkle Atmosphäre zu schaffen. Teppiche hatte er überall. Meist perserähnliche Teppiche, aber als grossen Wohnzimmerteppich hatte er einen grossen, weissen Flokati-Hirtenteppich. Der Esstisch war aus Holz auf dünnen , schmiedeeisernen Tischleisten. Dazu standen geflochtene Stühle, ebenfalls mit feinen Schmiedeeisenstuhlbeinen. Die Zimmerdecke war weiss mit Stuckleisten an der Seite und Hallogenlichtern. In dieser angenehmsten Atmosphäre unterhielten wir uns oft stundenlang. Auch an diesem Abend. Allerdings kaum über meinen blonden Stricherpartner. Ich wollte hier bei meinem über 30 Jahre älteren Freund Abstand zu meinen mich sonst plagenden Gedanken gewinnen. Mein über 30 Jahre älterer bester Freund konnte auf Grund seiner Lebenserfahrung sehr gut mit mir umgehen und so gelang es uns einen unbeschwerten Abend zu haben. Ich trank wie immer meine Weisswein- / Eisteemischungen mit Eiswüfel und er seinen Weisswein pur. Dazu kifften wir nen kleinen Joint und entschlossen uns dann noch etwas in einem Stricherlokal trinken zu gehen.

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Diesmal begannen wir auf das Drängen meines über 30 Jahre älteren besten Freundes hin unsere normalerweise übliche Stricherlokalrunde. Zuerst ins Golden Mirror, welches voll mit verstaubten Bildern hing. Es ist das älteste, bestehende Stricherlokal von Paris, welches es seit über 20 Jahren gibt. Es war meist gut besucht und die erste Anlaufstation der Stricherkneipentouren in Paris. Dort guckten wir rum, wen wir bereits kannten und wer sich als neuer Stricher angeboten hatte. Es gab in dem Stricherlokal einen Billiardtisch an welchem die Stricher spielten und sich so auch am besten für die Freier zur Schau stellten. Es waren Stricher meist aus Tschechien, Ungarn, Slowakien, Kroatien, Slowenien, Rumänien, Polen und ein paar Franzosen. Alle über 18 Jahre und dennoch lag das Durchschnittsalter bei etwa 20 Jahren. Vom muskulös trainierten bis zum dünnen, vom grossen bis zum kleinen Stricher hat man dort die ganze Auswahl. Das Thekenpersonal war seit Jahren dasselbe. In dieser Atmosphäre fühlten sich mein über 30 Jahre älterer, bester Freund und ich meist am wohlsten. Für ihn war ich eine angenehme, junge Begleitung und er, für mich, signalisierte für andere, dass ich auf eine Art schon vergeben war. So wurde ich nicht fälschlicherweise von Freiern angesprochen, welche mich auch immer für einen Kerl hielten, welchen man für Sex bezahlen kann. Das war sehr angenehm für mich, so musste ich, vor allem in der Anfangszeit, nicht immer erklären, dass ich nicht sexuell käuflich zu erwerben bin.

Es war selten geworden, dass ich in den Stricherkneipen von Paris unterwegs war, seit ich mit dem blonden Stricher zusammen war und so war es in dieser Nacht eine echte Ablenkung wieder mal hier zu sein. Wir blieben so bis etwa 1.30 Uhr nachts. Mein bester über 30 Jahre älterer Freund hatte für diese Nacht für zu Hause noch einen Stricher gefunden mit welchem er die Nacht verbringen sollte. Das Wichtigste am ausgewählten Stricher war für meinen besten über 30 Jahre älteren Freund die Beinbehaarung. Umso mehr Haare umso besser! Die beiden nahmen sich ein Taxi und fuhren nach Hause. So war ich in mitten der dunklen Nacht alleine im Stricherviertel von Paris. Ich überlegte kurz und beschloss alleine noch in ein anderes Stricherlokal zu gehen. Da mein blonder Stricherfreund noch nicht ganz 18 Jahre alt war, wusste ich, dass ich ihn dort auch garantiert nicht antreffen würde, da er in diese Lokal noch nicht reindurfte. So überquerte ich die grosse dreispurige Strasse und kam an der U-Bahnstation Pont-Neuf vorbei. Das Strassenlaternenlicht dominierte die Nachatmosphäre. Als ich von naher Ferne meinen Namen rufen hörte. Ich guckte in die Richtung aus welcher die Rufe kamen und sah meinen blonden Stricher auf mich zukommen. Er war mit zwei Jungen, weil Männer waren das bestimmt nicht, unterwegs, welche ich nicht kannte. Die beiden jedoch blieben auf der anderen Strassenseite stehen und liessen meinen blonden Stricher alleine auf mich zugehen. Er wirkte wie immer, wenn wir uns zufällig irgendwo trafen, sehr euphorisch, aufgeregt und zugleich erfreut. Er war sichtlich glücklich mich hier mitten in der Nacht zu treffen. Ich war allerdings in meinen Gedanken dabei, von den ganzen Erlebnissen, welche ich mit ihm erlebte, Abstand zu gewinnen und in Ruhe in einem Stricherlokal, welches er nicht betreten darf, darüber nachzudenken. Dafür hätte ich mir natürlich besser einen Platz gesucht, welcher nicht mitten im Pariser Stricherviertel gewesen wäre! Mein blonder Stricher erzählte mir ganz aufgeregt, was er heute Abend und Nacht schon alles gemacht hatte. Das er mit diesen Bekannten auf der Seineinsel war und sie dort herumspaziert wären und an den Gastronomieständen vorbeigekommen wären. Sie hätten geguckt und einer wäre nur ganz einfach verschlossen gewesen. Mein blonder Stricher erzählte mir das alles so freudig euphorisch, dass ich nicht zu Wort gekommen war. Ich hätte allerdings auch nichts dazu zu sagen gehabt. Er erzählte mir, das in diesem Gastronomiestand ne ganz tolle Musikanlage und Boxen mit Verstärker seien. Ich war damals so naiv, dass ich noch nicht kapierte worauf er hinauswollte. Wir hatten ja zu Hause ne Musikanlage welche funktionierte und dank ihm ne mega-geile Box dazu und klar gibt es immer etwas was besser ist. Allerdings hatte ich nie das Bedürfnis eine bessere Musikanlage zu benötigen. Für ihn als Technikfreak sah das natürlich anders aus, er wollte eine bessere, wie ich soeben realisierte. So sagte er zu mir: "Lass uns auf die Seineinsel fahren und die Anlage mit den Boxen und dem Verstärker holen! Das ist einfach! Ich habe gekuckt!" Darauf antworte ich: "Nein! Auf gar keinen Fall! Du spinnst wohl!" Dann sagte er noch mal: "Komm bitte, die Bude ist ganz einfach aufzubrechen, lass uns das Zeug holen! Komm mit!" Dann spürte ich, dass ich seinem Bitten nicht mehr lange Standhalten konnte. Der übermässige Drogen- und Alkoholkonsum der vergangenen Wochen hatte mich vor allem innerlich, psychisch geschwächt. Mein Selbstschutzmechanismus war dennoch immer voll aktiv. Ich lebe von und für die Freiheit und würde in jedem Gefängnis zu Grunde gehen, dass wusste ich und so vermeide ich so gut wie jedes Risiko um nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen. Um jeden Preis! Ich spürte wie ich psychisch schwach war und antwortete ihm: "Wenn du mich jetzt noch einmal fragst, dann drehe ich mich um und gehe und es ist zwischen uns vorbei!" Ich denke mal, dass mein blonder Stricher es nicht wirklich realisiert hatte, wie ernst ich das meinte. Er wusste, dass ich ihn über alles liebte und dass ich ihn eigentlich nie alleine lassen würde, weil ich eigentlich nie mehr ohne ihn leben wollte. Es war reiner Selbstschutz welcher mich in diesem Moment trieb. Es war rein das Gefühl, das ich ihm und uns nur dann helfen kann, wenn ich zu 100 % mit beiden Beinen im Leben stehe. Es war das Gefühl ihn nicht durch mich in die Tiefe zu ziehen. Was gleich geschehen sollte, war, so schwer es zu glauben ist, eine Tat aus reinster, innigster, ehrlichster Liebe! Er sagte fast spassmässig, mit einem mich testenden Blick in den Augen, und dennoch wissend welches die Reaktion darauf sein würde und somit leicht gläsrigen Augen: "Komm mit!" Vor diesem Satz guckte ich ihm tief in die Augen. Während er diese Worte aussprach wandte sich mein Blick von ihm gegen Boden ab und ich drehte mich um. Es war zu unserem gegenseitigen Schutz vorbei! Es war für mich vorbei! Es war nicht abgeschlossen, dass wird es wahrscheinlich nie sein. Aber es war das Beste für uns um weiterzuleben! Es war vorbei! Ich ging zu Fuss weg ohne mich umzudrehen, suchte mir ein Taxi und fuhr nach Hause! Ich wollte das Risiko nicht eingehen und eine Straftat eventuell unterstützen, welche ich früher oder später mit Sicherheit getan hätte und somit uns beide, oder zumindest einen irgendwann ins Gefängnis bringen oder durch beidseitigem Heroinkonsum ins Grab bringen würde. Es war ein Reaktion aus Liebe! Es war vorbei! Ich liebte ihn!

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