Grün
a story written by Master Patrick

Eines der ganz grossen Highlights des Jahres stand vor der Türe: Das Pariser Seineinselfest! Immerwieder als grösstes Volksfest der Welt beschrieben, mit bis zu sechs Millionen Besuchern. Dieses ist immer am letzten Juniwochenende und dauert drei Tage. Die erste Zeit als ich in Paris lebte schaffte ich es maximal an einem Tag dort hin zu gehen. Im Laufe der Jahre wurde das Seineinselfest an allen drei Tagen zum Pflichttermin. Die Seineinsel ist eine langgestreckte, kilometerlange Insel in der Seine. Dort haben sich, speziell im Sommer die unterschiedlichsten Menschengruppen ihren Teil der Seineinsel für sich reserviert. Es gibt einen eigenen Teil für die Barbecue-Griller, einen eigenen Teil für die FKKler, natürlich einen eigenen Teil für die Schwulen, welche sich passend so ziemlich den schönsten Teil der Seineinsel für sich reserviert haben. Dieser ist zwar nicht so einfach zu erreichen und liegt nicht nahe der öffentlichen U-Bahnanbindungen, jedoch wird man für den erschwerlichen Anreiseaufwand um in den schwulen Seineinselbereich zu gelangen, besonders von der Natur belohnt und wenn man Glück hat, dann trifft man auch ein paar nette und gutaussehende Schwule. Nahe der öffentlichen U-Bahnanbindungen ist der Familienbereich mit den Kindern. Es gibt direkt auf der Seineinsel eine U-Bahnstation. Die Rollerskater und Fahrradfahrer bewegen sich auf der ganzen Seineinsel. Natürlich gibt es auch einen grossen Bereich für die Partygeher. Das Sommerseineinselpartynachtleben ist einzigartig und täuscht sehr echt ein Urlaubsgefühl in Italien oder Griechenland vor. Mit all den Karibikbars und anderen Seineinsel-In-Bars. Die Pariser gehen auf die Seineinsel um sich zu erholen, aber spätestens einmal im Jahr treffen sich so gut wie alle dort. Zum Seineinselfest! Für meinen blonden Stricher war das Seineinselfest für alle drei Tage jährlich ein Pflichttermin. Normalerweise lebte er diese drei Tage dort. Er feierte dort Tag und Nacht und wenn er müde war legte er sich irgendwo in die Wiese, unter die Büsche oder in den U-Bahnbereich und schlief so einfach. Dort traf er wirklich so fast alle welche er kannte. Klar! Als typischer, eingesessener Pariser, welcher Paris so gut wie nie verlassen hatte, musste er ja sehr, sehr viele Menschen in Paris kennen.

Es war klar, dass wir zum Seineinselfest gehen würden. Wie immer, wenn sich mein blonder Stricher auf etwas besonders freute, schwärmte er mir bereits Tage zuvor von diesem unglaublichen Fest vor. Er konnte es nicht verstehen, weshalb ich die Jahre zuvor nur einfach so mal hinging, für einen Tag oder ein paar Stunden. Für ihn war es normal, das Seineinselfest vor Eröffnung zu besuchen und drei Tage später erst nach offiziellem Schluss wieder zu verlassen. Was er dort tat!? Eigentlich nicht viel: Bekannte und Freunde und Freundinnen treffen, Drogen nehmen, Drogen verkaufen, labern und relaxen und chillen, Musik hören und sich durch die Menschenmassen drängeln. Als er mit mir zusammen war gingen wir für seine Verhältnisse realtiv spät zum Seineinselfest und für meine Verhältnisse relativ früh. Wir waren am ersten Tag ´bereits´ am Nachmittag oder für ihn ´erst´ am Nachmittag dort. Es war schon richtig viel los. Wir waren mit der U-Bahn auf die Seineinsel gefahren und somit gleich mitten im Geschehen. Man braucht zu dieser Zeit eigentlich einfach nur den Massen zu folgen, da die U-Bahn dorthin die ganzen drei Tage und Nächte hindurch überfüllt ist. Sobald man dort ankommt ist man auch schon mitten drin! Ein schier unendliches Treiben von Menschen zwischen schier unendlichen Verkaufsständen, Marktbuden und Getränkebuden und internationalen Essensständen erwartet die Seineinselfestgäste. Alle paar Meter spielt eine Band und bringt ihre Musik zum besten und alle paar hundert Meter gibt es grössere oder kleinere Bühnen. Jedes Konzert und jedes Bühnenprogramm ist gratis und frei zugänglich. Als ich vor Jahren das erste mal mit meiner damals ersten grossen Liebe auf dem Seineinselfest war, besuchten wir unter anderem zum Beispiel das Konzert der Kelly Family, aber natürlich zählt dieses Fest besonders für die französischenischen Grössen des Musikgeschäftes zum Beinahe-Pflichtermin. auch internationale Grössen wie Falco, Chris Rea und andere treten gerne dort auf. Das Seineinselfest ist eine grosse Party auf welcher so richtig die Post abgeht. Tagsüber ist das Seineinselfest familiendominiert und nachts kann es dort auch schon mal gefährlich werden, wenn so viele Besoffene, oft streitsuchende und andere unruhestiftende Menschen auf einem Haufen sind.

Als der blonde Stricher und ich dort ankamen war es erstmal Nachmittag und eine friedliche Volksfeststimmung erwartete uns. So spazierten wir langsam durch die Massen. Mein blonder Stricher kam anfangs aus seinem suchenden Blick gar nicht mehr raus und konnte es gar nicht fassen, dass wir schon 30 Minuten auf dem Seineinselfest waren und er noch niemanden getroffen hatte, welchen er kennt. Er guckte mich kaum an und ich hatte Verständnis dafür! Immerhin hatte er mich ja schon Tage und Nächte davor auf dieses Fest vorbereitet und ich wusste, dass dies für ihn ein wichtiges Heimspiel sein würde. So lies ich ihm seinen Freiraum. Er kümmerte sich dennoch um mich und resignierte irgendwann mit körperverdrehenden, streckenden, halsräckelnden und suchenden Blicken nach irgendwelchen Bekannten und Freunden zu gucken. Er hatte sich ja auch mit niemandem verabredet. Dies ist auch nicht notwendig, da man so und so die meisten irgendwann mal trifft. So schlenderten wir in glücklicher Zweisamkeit von Stand zu Stand. Mein blonder Stricher blühte richtig auf! In den vergangenen zwei Jahre bekam er in seinem non-stop Heroinrausch ja nicht so viel vom Seineinselfest mit und jetzt war er relativ klar bei Verstand und das machte richtig Spass! Er musste zu jedem Stand hingehen, musste bei jedem Stand so viel wie möglich mit seinen Händen berühren und tat dies auch. Er zeigte mir dies und das. Drückte mir Brillen in die Hand und auf die Nase, drückte mir Hüte in die Hand und setzte sie mir auf den Kopf, guckte bei jedem Essensstand, was da so internationales in den Töpfen brodelte und suchte so ziemlich mit jedem Standbetreiber ein Gespräch. Mir gegenüber war mein blonder Stricher ja nie verschlossen, allerdings sah ich ihn selten zu anderen Menschen so geöffnet wie auf diesem Seineinselfest.

Endlich begegnete ihm jemand welchen er kannte. Er begrüsste diesen Menschen überschwänglich, plauderte kurz, lachte und schon wurden sein Gesprächspartner und auch wir wieder vom Menschenstrom in entgegengesetzte Richtung weitergezogen. So war auch endlich der Bann gebrochen und mein blonder Stricher hatte ein für ihn bekanntes Gesicht getroffen. Ich freute mich für ihn! Mein blonder Stricherfreund strahlte bis über beide Ohren, er war so glücklich wieder körperlich und vor allem geistig auf dem Seineinselfest zu sein. Schliesslich kamen wir bei einem ich glaube mal, es war ein türkischer Stand, vorbei. Dort plauderte mein blonder Stricherfreund ungewohnt lange mit dem Standbetreiber. Sie plauderten über alles mögliche und hatten Spass und damals war ein türischer Stammesführer inhaftiert und verschleppt worden und weltweit gab es Proteste um diesen selbsternannten Staatsführer wieder frei zu lassen. Mir fällt jetzt der Name nicht mehr ein. Jedenfalls sprachen der blonde Stricher und der Standbetreiber ausführlichst über diesen inhaftierten, selbsternannten Staatschef. Ich hatte keine Ahnung was da abging und weshalb mein blonder Stricherpartner sich so fast euphorisch mit diesem Standbetreiber unterhielt. Auf einmal deutete mein blonder Stricher auf einen roten, an einem Faden schwebenden Luftballon mit einem Gesichtsbildnis dieses selbsternannten Staatsführers. Ich lies meinen blonden Stricherpartner machen, unterhalten und Spass haben. Ich verstand zwar nur ´Bahnhof´ aber ich hatte ja Zeit und ich muss ja nicht immer alles verstehen. Jedenfalls wollte mein blonder Stricher diesen roten Ballon haben und bekam ihn als Belohnung, dass er den Standbetreiber so sehr mit seinen Gesprächen, als Beinahe-Anhänger dieses inhaftierten selbsternannten Staatsführers, überzeugte. So verabschiedeten wir uns und spazierten weiter. Ich und mein blonder Stricherpartner mit nem roten in der Luft schwebenden Luftballon mit dem schwarz aufgedruckten Gesichtes von diesem türkischen, inhaftierten, selbsternannten Staatsführer. Ich kam mir irgendwie total doof dabei vor, aber er wollte diesen Ballon und er hielt diesen ebenso stolz in der Hand. Klar guckten die Leute! Auch wenn wir noch so sehr eins waren konnte ich nicht immer in seinen Kopf hineingucken und sein Handeln wahr nehmen und verstehen. Aber es war egal! Es ist sein Leben! Es war sein Seineinselfest! Es ist sein Paris! Es war sein Wochenende! Meine Bedenken sollten schneller als gedacht ein überraschendes Ende nehmen! Kaum waren wir ausser Sichtweite von diesem Stand von welchem er den Luftballon geschenkt bekommen hatte und um eine leichte Kurve abgebogen, nahm mein blonder Stricher den roten Luftballon vom Faden, hielt das Luftballonende an seinen geöffneten Mund und öffnete leicht die Luftballonöffnung. Der Luftballon war offensichtlich mit Helium gefüllt und dieses inhalierte er in sich! Ich kapierte noch immer nichts! Dann begann er zu sprechen! Ich riss meine Augen auf, meine Kinnlade klappte runter und ich glaubte meinen Ohren nicht! Mein blonder Stricher sprach mit einer ganz, gaaaanz hohen Schlumpfstimme! Ich kannte dies sonst nur aus dem Fernsehen und jetzt erlebte ich dies zum ersten mal live! Ich brüllte und krümmte mich vor Lachen! …und mein blonder Stricher hörte nicht auf irgend einen Quatsch zu labern und zu erzählen. Immer mit dieser Schlumpfstimme! Erst recht nicht als er merkte, dass er mich mit so etwas so richtig zum Lachen bringen konnte! Jetzt kapierte ich seine Show bei diesem Stand! Es ging ihm von Anfang an nur um diesen mit Helium gefüllten Ballon! …es hätte mich auch wirklich stark gewundert, wenn er sich auf einmal für inhaftierte, selbsternannte, türkische Staatsführer interessiert hätte! Immer wieder inhalierte er sich das Helium, suchte dabei dann immer ganz tief den Augen- und Blickkontakt mit mir und laberte mich dann mit Schlumpfstimme an! Ich konnte vor Lachen kaum noch! Er war in solchen Sachen perfekt! In Grimassen machen und bei so etwas. Umso mehr ich lachen musste um so stärker machte er weiter! Wir registrierten in solchen Momenten nichts mehr, was um uns rundherum geschah. Das ganze ging so etwa 20 Minuten, da war dann das Helium aus dem Luftballon leer und er warf den Luftballon weg. Hätte der Standbetreiber das gewusst, das mein blonder Stricher so nen Quatsch mit dem Luftballon vor hat, dann hätte dieser diesen Luftballon logischerweise nie bekommen! …und der Marktbetreiber sagte noch, dass dies sein einziger Luftballon mit dem Abbild dieses inhaftierten, selbsternannten Staatsoberhauptes sei und dieser diesen nur her gibt, weil mein blonder Stricher so sehr begeistert wirkte! Ja ´wirkte´! Er wollte nur Spass und ich liebte ihn dafür!

So schlenderten wir weiter durch die Menschenmassen. Immer wieder traf er Menschen welche er kannte und umso später es zeitlich wurde um so mehr Bekannte traf er auch. Wir setzten uns auch schon mal zu einer kleinen Band welche am Strassenrand spielte auf den Boden dazu und genossen die Seineinselfestatmosphäre. Die Zeit verging schnell und die Nachmittagszeit floss dahin. Normalerweise wäre er mit dem einen oder anderen Bekannten mit gezogen, aber wie es wirkte gab ich ihm als Mensch so viel, dass er mich nicht alleine lies, ja sogar sich von seinen vielen Bekannten, eigeninitiativmässig, immer so verabschiedete, dass wir beide alleine blieben.
Man kann auch von einem Seineinselufer zum Festlandufer und umgekehrt spazieren. Entweder über die grossen U-Bahnbrücken oder über für dieses Fest eigens ausgelegte schwimmende Brücken. Die waren allerdings so eng, das man hinter einander über die Brücken gehen musste. Auf der einen Seite ging es im Gänseschritt in die eine Richtung und auf der anderen Seite in die andere Richtung. Wenn man da jetzt jemanden traf, welchen man kannte und sich kurz unterhielt, dann gab es Stau, Aufruhr und tumultähnliche Aufstände. Mein blonder Stricher traf in mitten der schwimmenden Brücke eine Ex-Freundin von ihm! Reaktionen anderer Menschen waren ihm in solchen Momenten generell egal. Seiner Ex-Freundin auch, da diese nach wie vor Heroin rauchte. Das war nicht diese mit welcher er 2 Jahre zusammenlebte, es war eine andere. Mein blonder Stricherpartner hatte viele, sehr viele Ex-Freundinnen. Die, welche ich kennenlernte hatten alle zwei Dinge gemeinsam: Alle sahen sehr, sehr gut und sexy-erotisch aus und alle rauchten Heroin. Zweiteres sah man ihnen jedoch so gut wie nie an. Als die Tumulte auf der Brücke zu gross wurden beschloss die Ex-Freundin ihre Richtung zu wechseln und mit uns in dieselbe Richtung zu wandern. Am Ende der Brücke angekommen bat mich mein blonder Stricher, dass ich auf ihn warten sollte, er hätte mir ihr noch etwas unter vier Augen zu klären. Ich lehnte mich an einen grossen Stein und beobachtete den an mir vorbeiziehenden Menschenstrom und realisierte auf einmal, dass ich in Mitten der jungen Pariser Heroinszene gelandet war! Ich guckte hin und wieder von der Ferne rüber, wenn sie nicht gerade um ne Ecke verschwunden waren. Die beiden diskutierten und machten und er beruhigte sie und sie beruhigte ihn! Es war auf einmal wie eine typische Unterhaltung unter Heroinsüchtigen. Ich kannte diese Gestiken und Artikulationen von verschiedenen anderen Städten, wenn man an den stadtbekannten Heroinplätzen vorbeikam und dort die Menschen anguckte. Als ich in der Schweiz in Zürich war, suchten wir zu Schulzeiten, ich war 14 Jahre jung, damals nur spasshalber, den grössten öffentlich zugelassenen Dorgenkonsumplatz Europas auf, den sogenannten "Blattspitz". Ich kannte diese Bilder der Menschen, welche auf härteste Drogen süchtig waren. Aber bei diesen beiden; meinem blonden Stricher und seiner Ex-Freundin, diese waren noch so jung und körperlich vom Drogenkonsum nicht gezeichnet und dennoch wusste ich, dass sie mitten drin waren im härtesten und schlimmsten Heroindrogensumpf! Ich fühlte mich auf einmal als Teil davon und irgendwie machtlos. An mir zogen die Massen "normaler" Menschen vorbei und keiner dieser Menschen ahnte vermutlich, dass es hier nur so von jungen, heroinkonsumierenden Menschen wimmelte. Denn es kamen immer mehr Bekannte von meinem blonden Stricher und seiner Ex-Freundin dazu. Es wirkte fast wie ein grosser Fliegenhaufen! Alle unterhielten sich gestresst mit Händen und Füssen. Das Durchschnittsalter dieser Bekannten von meinem blonden Stricher und seiner Ex-Freundin war, schätze ich mal 18 Jahre. Ich wartete geduldig angelehnt auf dem grossen Stein. Nach etwa 45 Minuten, nachdem sich schon richtig viele zusammengetroffen hatten, stürmte auf einmal aus der Menge heraus mein blonder Stricherpartner zu mir, packte mich beim Arm und sagte zu mir: "Komm! Ich muss weg hier!" Ich folgte ihm freiwillig, ohne dass er mich stark ziehen musste, aber er hatte es so eilig, das er sich einfach schneller als ich durch die Menschenmassen schlengelte und mich so nachzog. Wieder über die enge, schwimmende Brücke zurück auf das andere Ufer. Dort erzählte er mir, dass er weg musste, da es bei all den hektischen Gesprächen nur um Heroin ging und er ja mittlerweile erfolgreich seit Wochen einen Heroinselbstentzug durchmachte und er sich einfach nicht mehr mit Menschen länger aufhalten und unterhalten konnte, bei welchen es nur um das Thema Heroin geht! Ich konnte ihn verstehen! Er war richtig stark aufgewühlt und ich konnte erkennen, wie innerlich vieles wieder in ihm hoch kam. Er musste sich beruhigen. Da ich damals nicht dazu in der Lage war einen Menschen in so einer Situation zu beruhigen, baute er sich einen richtig grossen, fetten Joint und rauchte diesen erst mal in aller Ruhe. So beruhigte er sich zumindest äusserlich wieder einigermassen und innerlich, denke ich mal, auch ein bischen.

Wir blieben unter uns. Fast versteckt an einem Wegrand. Er suchte nicht mehr nach Menschen welche er kannte, denn er realisierte, dass so gut wie jeder, welchen er hier treffen würde ihn an seine Drogenzeit und Vergangenheit erinnern würde. Er sass entzugstechnisch gesehen auf diesem Seineinselfest im Grunde gesehen, wie die Maus im Käfig, in der Falle! Ich war damals in solchen Momenten mit produktiven, guten Ratschlägen auch nicht der Beste und so versuchte ich mich mit Ratschlägen eher rauszuhalten und gab eigentlich so gut wie keine Ratschläge. Ich hatte weder von Heroinkonsum eine Ahnung, noch von Heroinentzug, noch vom Seineinselfest an sich. So liesen wir einfach die Stunden verstreichen. Ich hatte auch mal an seinen Marihuana-Joints angezogen und war so, so und so betäubt und ruhiger. Der euphorische Spass, welchen wir zu Anfang hatten war verflogen. Das viele Drogenkonsumieren war für mich zu dieser Zeit zu viel! Ich wurde körperlich schwach, kreativlos, antriebslos und lasch. So war es an dem blonden Stricher mit Versuchen zu kommen, weitere Seineinselfesthighlights für uns zu schaffen. Es war mittlerweile dunkel geworden und wir schlenderten weiter durch das Seineinselfesttreiben. Mittlerweile waren die Stände und Bühnen beleuchtet und alles wirkte anders, nicht zuletzt weil ich auch mittlerweile voll zugekifft war. So kamen wir an vielen strahlenden Schmuckständen vorbei, wo meistens Silberschmuck angeboten wurde. Wir guckten und probierten gekochte Silberrringe und Armreifen und unterhielten uns im Vergleich zu sonst relativ wenig. Als wir so ein paar Schmuckstände abgeklappert hatten, zog mein blonder Stricherpartner auf einmal zwei Silberrringe aus seiner Tasche und streckte mir einen Silberring als Geschenk entgegen. Ich sah es an seinem Blick und an seinen Augen, wie gut er es meinte! Ich sah es wie er mich mit einem fast verzweifelten Blick anguckte und mir immer näher diesen Ring entgegenstreckte. Er wollte die Situation gut machen! Er wollte, dass ich wieder lachte! Er war im Moment durch die starke Erinnerung an seine Heroinvergangenheit so sehr am Boden zerstört, dass er dies als momentan einzigen Weg sah um mir eine Freude zu bereiten. Oh ja! Innerlich strahlte mein Herz vor Glück über diesen Liebesbeweis! Es war ganz tief in mir so ein schönes Gefühl! Er war der beste Mensch, welchen ich je in meinem Leben für mich kennengelernt hatte! Mein blonder Stricher konnte es in solchen Momenten nicht anders! Er hatte an irgendeinem Stand zwei Ringe ´geholt´, wie es in seiner Sprache heisst und ´geklaut´ wie es in meiner Sprache heisst. Er hatte einen Ring für sich und einen Ring für mich, als äusserliches Zeichen unserer Verbundenheit. Das war das erste mal und bisher letzte mal, das mir so etwas in meinem Leben passiert war! Es war das Schönste, womit er mir eine Freude machen konnte! Er tat es auf diese Art und Weise wie es in seiner Welt normal war. In meiner Welt war aber das, wie er es tat ´schlecht´! Einfach nur mies und schlecht! Besonders da ich ihm schon so oft gesagt hatte, dass ich nicht will, dass er klaut und schon gar nicht, wenn ich neben ihm stehe! Ich brachte meine äusserliche Wut zum Ausdruck und sah im selben Moment wie sein liebevoll, hoffender Gesichtsausdruck zusammenbrach! Er hatte so viel Hoffnung in diese Aktion gesetzt! Durch meinen bösen und belehrenden Gesichtsausdruck und meine harten, aggressiven Worte zerstörte ich den Abend ganz. Ich nahm den Ring nicht an! Diesen schönsten Ring, welcher mir je in meinem Leben entgegengestreckt wurde! Ich verweigerte diesen! Ich drückte kein Auge zu und blieb meinen Grundsätzen treu und zerbrach dabei innerlich! Ich zerbrach in diesem Moment alles was unsere einzigartige, liebevolle, vertraute, als eins seiende Zweisamkeit ausmachte. Ich hielt ihm lautstark vor: "Wenn du mir schon einen Ring schenken willst, dann kauf einen Ring! Kaufen! Hast du das verstanden! Kaufen! Du sollst etwas kaufen und bezahlen, wenn du mir etwas schenken willst!" Ich brüllte ihn an! Dabei hätte er keine Kraft und Energie gehabt etwas zu kaufen. Er wurde durch mich auf einmal mit einer sogenannten einigermassen "normalen" Gesellschaftswelt konfrontiert! Er konnte nicht alles auf einmal umdenken und in Taten umsetzen! Das realisierte ich nicht! Ich duldete keine Fehler! Keine Rückfälle! Auch nicht in Ausnahmesituationen, wie sie jetzt ein war! Ich konnte es sehen wie ausgepowert er in diesem Moment war! Ich kannte keine Gnade und kann jetzt auch nicht sagen, wem ich damit mehr weh tat. Ihm oder mir! Ich für meinen Teil zerbrach innerlich, weil mein Mund etwas anderes aussprach als mein Herz und ich konnte nichts dagegen tun, als immer weiter auf meinen blonden Stricher einzureden! Ich war in der festen Überzeugung, dass ich es gut meinte und etwas Gutes tat. Er warf die Ringe weg und wir gingen weiter. An einem weiteren Schmuckstand angekommen guckten wir rum und er sah meinen wachenden, bösen, sauren Blick! Er liess sich dadurch nicht abhalten sich verschiedenste Schmuckstücke, Ringe und Kettenanhänger anzugucken und anzuprobieren, bis er sich für einen Kettenanhänger entschieden hatte und diesen bezahlte und den Anhänger von dem Standverkäufer in eine kleine Tüte eingepackt bekommen hatte. Das war so ein dreieckiger, silberner Anhänger mit so schwarzen Ornamenten drauf. Der blonde Stricher packte diesen in seine Hosentasche ein. Ich war durch das zukiffen zu schwach um so schnell wieder gut gelaunt zu sein, ihn zu loben oder anders unsere schweigende, beinahe resignierende Atmosphäre noch mal umdrehen zu können. Wäre ich nüchtern gewesen, so wie ich es heutzutage beinahe täglich und immer bin, ich hätte es geschafft, besser mit dieser Situation umzugehen. Aber damals war die Zeit, die Nacht, das Seineinselfest für uns kaputt. Es war logisch, das mein blonder Stricher meine momentane nach wie vor böse Ausstrahlung nicht lange hatte durchhalten können.

So spazierten wir weiter bis zu einem kleineren Vergnügungsplatz auf dem nächltichen Seineinselfest. Dort war alles hell beleuchtet. Viel verschiedene Musik aus unterschiedlichsten Vergnügungsgerätenlautsprechern, viele blinkenden Lichter und Menschentrubel an jeder Ecke. Jetzt geschah etwas, dass ich wie auf einer Theaterbühne in Erinnerung habe. Zuerst begegnete mein blonder Stricherpartner an einem beleuchteten, aber weniger hellen Ende des kleinen Vergnügungsparks seiner Ex-Freundin. Mit dieser unterhielt er sich. Das war nun diese mit welcher er etwa zwei Jahre zusammenlebte. Er redete mit ihr ganz normal. Nicht euphorisch, oder so, dass sie Spass hatten und lachten. Sie unterhielten sich einfach so. Etwa fünf Minuten lang, als er zu ihr sagte: "Warte mal kurz!" Dann flüsterte er mir ins Ohr, dass soeben eine andere Ex-Freundin, welche er nach wie vor toll findet vorbeigegangen war und sie ihn aber nicht gesehen hatte. So sagte er seiner, nennen wir sie mal: Wohnungs-Ex-Freundin, dass sie hier an dem einen Ende des kleinen Vergnügungsparks warten sollte. Dann ging er mit mir bis zum anderen Ende des Vergnügungsparks, wo auf einmal dieses Mädchen stand und sich unterhielt, welche an ihm vorbeigegangen war und die er nach wie vor toll fand. Sie fand meinen blonden Stricherpartner offensichtlich auch nach wie vor toll und verabschiedete ihren Gesprächspartner und widmete sich meinem blonden Stricher ganz. Mit dieser unterhielt er sich etwa 15 Minuten. Schon etwas fröhlicher. …und dann sagte er, dass er kurz wohin müsse und gleich wieder kommen würde und ich solle mich doch solange mit dieser ´Ex-Freundin, welche er nach wie vor toll fand´ solange unterhalten. Ich konnte ahnen, wo er hingeht oder besser wusste es natürlich. Er ging an das andere Ende des kleinen Vergnügungsparks zu seiner Wohnungsex-freundin, welche auf ihn wartete. Nach bereits 10 Minuten war er wieder zurück. Er unterhielt sich weiter und es kristallisierte sich heraus, dass diese ´Ex-Freundin, welche er nach wie vor toll fand´ mit uns weiterziehen würde. Wir unterhielten uns so etwa 20 Minuten, bis er sagte, dass er noch mal kurz weg müsste. Die ´Ex-Freundin, welche er nach wie vor toll fand´ fragte nie, wo er hinging und ich wusste es ja. Nochmal zu seiner Wohnungsex-Freundin. Diesmal dauerte es länger, so etwa 45 Minuten und ich wusste eigentlich bald gar nicht mehr, was ich mit dieser ´Ex.-Freundin, welche er nach wie vor toll fand´ noch reden sollte. Mir hatte mein blonder Stricherpartner als Ex-Heroinraucher auf Heroinentzug als Gesprächspartner aus dem Heroinmilieu schon vollkommen gereicht. Da machte es mir überhaupt keinen Spass mich mit einem Mädchen zu unterhalten, welches nach wie vor Heroin rauchte und ich somit den Seelsorger spielen musste. Da ich ja selbst zugekifft war, konnte ich mich gegen ihre Gesprächsvorgabe, sich bei mir über verschiedenste Dinge auszuheulen, auch nicht wehren. Jeder andere umherstehende Mann hatte mich wahrscheinlich um dieses Mädchen als Gesprächspartnerin beneidet, da sie sehr, sehr gut aussah und dazu noch extrem sexy mit Minirock und bauchfrei gekleidet war. Endlich kam mein blonder Stricherpartner wieder! Er sagte nun zu dieser ´Ex-Freundin, welche er nach wie vor toll fand´, dass er nun mit mir kurz unter vier Augen reden müsse. Wir entfernten uns und er erklärte mir alles, dass er mit seiner Wohnungsex-freundin noch mal hat endgültig Schluss machen müssen, da diese wollte, dass er wieder zu ihr in die Wohnung zurück zieht. Ausserdem findet er diese Ex-Freundin, welche hier stand so geil und wollte eventuell mit dieser in der Nacht noch Sex haben. Er war mittlerweile, energietechnisch wieder aufgeblüht! Ich war durch das viele Kiffen nach wie vor voll down. Klar war es mir nicht recht, dass er Pläne hatte, mit diesem Mädchen in der Nacht noch Sex zu haben. Heutzutage würde mich das nicht mehr stören. Aber damals war mir so etwas absolut nicht recht. Ich akzeptierte immerhin schon, dass er fast jede Nacht als Stricher arbeitete. ….und jetzt noch mit Ex-Freundinnen rumpoppen, das war mit innerlich zu viel. Ausgesprochen hatte ich mein Nicht-Wollen allerdings nicht, weil was hätte ich sagen sollen. Etwa: " Lass dieses heroinrauchende Mädchen laufen mit welcher du so gute Laune hast und bleib lieber bei mir, wo ich gerade meeega-mies gelaunt bin und so und so zu jeglichen Seineinselfest-Spass-Aktivitäten unfähig bin, da ich so zugekifft bin, dass ich mir schwer tue die Augen auf zu halten!" Nein! So etwas konnte ich nicht sagen. Ich erhob schon einen kleinen Einwand, worauf wir uns einigten, dass sie erstmal bei uns bleibt und mit uns geht. Das war ok! So gingen wir weiter. Die beiden wuchsen in ihrer Spass-Wiedersehensfreude immer mehr zusammen und ich wurde durch meine Müdigkeit und Mieslaune immer mehr zum störenden dritten Rad am Wagen. Die ´Ex-Freundin, welche er nach wie vor toll fand´ führte mit mir, als mein blonder Stricherpartner neue Getränke für uns holte und dazu länger anstehen musste, eine kleine Zwangsunterhaltung. Damit war es aber auch schon erledigt. Da kam auch endlich mein blonder Stricher wieder mit seinen Händen voll bepackt zurück. Jede Minute mit ihr, war mir zu viel! Als wir uns dann so mit den neuen Getränken auf den Boden legten, kuschelten die beiden immer mehr aneinander und miteinander. Das hielt ich jetzt wirklich nicht aus lange dabei zu zugucken! …und um lautstark Einwände dagegen zu machen, dazu war ich durch den zusätzlichen Alkohol schon gar nicht mehr in der Lage. Also stand ich auf und ging. Mein blonder Stricher machte keine äusserlichen Anzeichen um mich aufzuhalten. Seinen Blick hingegen konnte ich nur zu gut deuten, welcher mir sagte: "Wenn du immer gleich so schlecht drauf bist und soviel mitkiffst, dass man mit dir nichts mehr anfangen kann, dann darfste dich auch nicht wundern, dass ich mit einer ´Ex-Freundin, welche ich nach wie vor geil finde´ lieber herum mache und mit dieser die Seineinselfestzeit verbringe!" Ich verstand ihn und war sauer auf mich, dass ich in meinem Leben noch so unreif war und so diesem Szenario nicht habe Paroli bieten können.

So zog ich alleine elendslang durch die Nacht durch das Seineinselfesttreiben weiter, bis zu den hintersten Ecken, dann wechselte ich noch dazu das Ufer und suchte mir in der Nähe von weit entferneten Parkplätzen an einer Stelle wo es nur Beton und keine Menschen gab einen Platz nahe dem Seineflussplätschern. Dort verfiel ich in Selbstmitleid, heulte Rotz und Wasser, weil ich selbst so unfähig war und dadurch meinen geliebten, blonden Stricherfreund verloren hatte. Ich fühlte mich dort einsam und dennoch sicher weit genug von dem ganzen Seineinselfesttreiben entfernt zu sein! Ich verbrachte dort Stunden. Zwischendurch hatte ich mal kurz geschlafen und es wurde doch so kalt in dieser Nacht, dass ich fror. Es war alles unwirklich und ich fühlte mich schrecklich, dennoch fühlte ich mich irgendwie erleichtert, mal nicht von diesem dauernden Herointhema umgeben zu sein. Mit meinem blonden Stricherpartner kam ich da ohne Probleme klar, aber jede zusätzliche Person welche mit dem Thema ´Heroin´ zu tun hatte war mir zu viel. Da fühlte ich mich sofort als Einzelstehender in der Minderheit und packte solche Situationen eigentlich gar nicht und wenn dann nur kurz. Aber hier bei diesem Seineinselfest hat es das Fest an sich, das sämtliche Menschen welche mein blonder Stricherfreund traf, mit Heroin zu tun hatten. Es war ein Scheissgefühl, als ich da so alleine auf der Betonplatte sass und das ganze Thema ´Heroin´ und dazu meine Eifersucht über mich zusammenbrach! Bis ich auf einmal meinte meinen Namen rufend zu vernehmen. Es war unmöglich, dass hier im letzten Eck jemand nach mir rufen würde! Das ganze Seineinselfest erstreckte sich über ein kilometerlanges Areal und ich befand mich bei einem Parkplatzareal, welches wiederum kilometerweit von dem Seineinselfest entfernt war. Dennoch, jemand schien nach mir zu rufen! Öfter! Immer wieder! Ich guckte mich um und da sah ich einen etwas weiter entfernten, kleinen Schatten. Es war der Schatten und die Stimme meines blonden Stricherpartners! Ich war erstaunt und überrascht! Er kam immer näher auf mich zu und guckte mich, einerseits strahlend, weil er mich gefunden hatte und andrerseits sauer, da er offensichtlich stundenlang, nach mir gesucht hatte, an. Als er so zu mir kam und mich umarmte und mich drückte und mir zeigte, wie froh er war mich gefunden zu haben, freute ich mich riesig! Ich war kurz davor vor Glück und Energie zu explodieren! Es war toll! Ich bildete mir ein, dass noch nie ein Mensch so einen Aufwand betrieben hatte um mit mir zusammen zu sein und mich wie in diesem Fall, so sehr zu suchen! Kurz bevor ich soweit war ihm meine Freude, mein Glück darüber, dass ich ihn als Partner habe und das ich ihn auch liebte mit Körpersprache, Drücken und Worten und fFsthalten mitzuteilen, kam seinerseits der für mich ernüchternde Satz: "Ist es für dich ok, wenn ich mit der ´Ex-Freundin, welche ich noch immer geil finde´ für ein paar Stunden in unsere Wohnung gehe und dort mit ihr Sex habe!?" SCHOCK! Ich drehte mich weiter um und da sass sie, etwa 40 Meter weit von uns entfernt wartete sie! Ich hatte ja auch den Wohnungsschlüssel, wie mir erst in diesem Moment aufgefallen war, da ich so und so nicht daran dachte, dass wir uns erstens trennen würden, noch, dass mein blonder Stricherfreund vermutlich vor den drei Tagen, bis das Seineinselfest zu Ende war, nach Hause kommen würde. Mittlerweile war ich wieder ein bischen ernüchtert und wehrte dies ab: "Nein! Das kommt gar nicht in Frage!" Hätte er selber einen Schlüssel gehabt, dann wäre er so und so direkt nach Hause gefahren und hätte mich nicht Stunden lang in der ersten Seineinselnacht gesucht! Das sagte er mir. Theoretisch hätte er mir als ich so besoffen und zugekifft war auch ohne Probleme den Wohnungsschlüssel aus meiner Tasche ziehen können. Allerdings hätte er dies, nach meiner Einschätzung nach, nicht getan. Wir teilten uns nämlich einen Wohnungsschlüssel! Ich hatte den zweiten Schlüssel immer für den Notfall in der Wohnung meines 30 Jahre älteren, besten Freundes versteckt und wollte diesen nicht von dort wegholen und einen dritten Schlüssel nachmachen wollte ich auch nicht. Dafür hatte ich auf Grund meine Vergangenheit ein zu geringes Vertrauen in die Menschen und somit auch in dieses meines blonden Stricherpartners. Dieser musste mein entwickeltes Misstrauen gegen die Menschen ausbaden. Klar hätte er irgendwann seine eigenen Schlüssel von mir bekommen, aber dazu hätte ich ihn länger kennen und ein bewährtes Vertrauensverhältnis aufbauen müssen. In dieser Nacht zeigte sich allerdings, dass es gut war, dass er keinen eigenen Wohnungsschlüssel hatte! Ich wäre vermutlich tobend durchgedreht, hätte ich meinen blonden Stricherpartner poppend oder einfach so, ohne mein Erlaubnis, mit einer Ex-Freundin in immerhin offiziell noch meiner Wohnung gefunden. So stritten wir uns noch kurz auf der Betonplattform und mein blonder Stricherpartner hatte erstaunlich schnell mit seinen Bittversuchen aufgegeben. Immerhin kannte er mich ja schon und wusste, dass ich so stur bin, dass ein ´Nein´ zu 95 % auch ein ´Nein´ bleibt. Er hatte mich auch verstanden. Dennoch hatte ich dass Gefühl, dass es ihm in erster Linie darum ging, mich zu finden. Nun gut. Ich war jetzt noch mieser gelaunt als vorher und so gingen die beiden weiter ihre Wege. ´Die Jahre zuvor hatte er ja auch immer die Nächte auf dem Seineinselfest verbracht, also schafft er es jetzt auch!´, dachte ich mir! Ein fieser Gedanke, welchen ich hatte. Etwas worauf ich nicht stolz bin! Denn wir waren ein Paar das sich liebte, zusammenlebte, zusammenwohnte und vermutlich auch zusammengehörte! Nun machte ich mich endgültig auf den Nach-Hause-Weg!

story copyright 1999 - 2008

by www.myspace.com/masterpatrick

Da ich mich in dieser Ecke von Paris nicht so gut auskannte, brauchte ich über vier Stunden, bis ich zu Fuss zu Hause angelangt war. Ich hatte für dieses Jahr genug vom Seineinselfest und war im Grunde genommen selber schuld: zu unreif, zu zugekifft, zu selbstüberschätzt, zu besoffen, zu eifersüchtig, zu wenig nachgiebig, zu stur, ja, das waren, denke ich mal die wichtigsten Punkte. Körperlich hatten wir uns getrennt, aber ist es möglich, dass sich zwei Herzen jemals trennen, welche so sehr eins und verbunden waren!? Das wird das Leben zeigen. Fakt ist allerdings, dass ich fünf Jahre danach hier sitze und dieses Buch schreibe und mich an jede Szene, jeden Geruch, ja fast jedes Wort, jeden Blick, jede Berührung und vieles mehr so stark erinnern kann, als wäre es heute oder gestern gewesen.

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