Grün
a story written by Master Patrick

Der Pariser Rummel mit seinem weltbekannten Riesenrad ist wohl eines der bekanntesten Attraktionen welche Paris zu bieten hat. Scharenweise strömen die Touristen in diesen seit Kaiserzeit bestehenden Vergnügungspark. Vergnügungsparks machen Spass! Nicht nur Touristen, auch allen Jugendlichen und da besonders diesen, welche den ganzen Tag dafür Zeit haben, weil sie aus den Wohnungen ihrer Familien flüchten, weil sie es dort auf Grund von Streit, Alkohol, Drogen, Misshandlungen, Prügel, Verachtung usw. nicht aushalten. …und Jugendliche, welche tagsüber nicht zur Schule gehen. Es gibt dort viele Gangs im Pariser Rummel welche heftige Revierkämpfe vollziehen. Nichts desto trotz macht der Pariser Rummel Spass! Selbst mein Neffe, welcher mit 14 Jahren von zu Hause ausgebrochen war und mit einem noch jüngeren Freund nach Paris tingelte, fand als ersten Weg den Weg in den Pariser Rummel. Von wo aus er mich anrief und mit seinem typischen Akzent sagte: "Hallo Onkel! Bist du in Paris?" Ich: "Ja." Mein Neffe: "I O" (Das bedeutet: Ich auch). Ich: "Alleine!?" Er: "Ne, mit nem Freund." Ich: "Wo seid ihr?" Er: "Im Rummel." Ich: "Ok. Wir treffen uns in 45 Minuten beim Riesenrad!" Er: "Ok." Es war Schock, Überraschung, Freude, Sorge, alles zusammen. Ich dachte mir schon, dass er nicht mit der Schulklasse auf Exkursion hier war. Meine Schwester hätte mir das vorher natürlich mitgeteilt. Er konnte nur von zu Hause ausgebrochen sein! Ich fuhr so schnell es ging mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Rummel und traf, verlässlich meinen kleinen Neffen und seinen noch kleineren Freund. Die zwei waren mit nichts angekommen! Die Klamotten welche sie anhatten, waren das einzige, was sie dabei hatten! Kein Geld, nichts! Dieses hatte gerade für das Zugticket gereicht. Mein Neffe sagte nur: "Wir hatten uns überlegt, ob wir nach Amsterdam oder Paris fahren. Aber da du hier bist, sind wir nach Paris gefahren!" Mann, war ich da froh! Kein Zweifel, mein Neffe mag mich als Onkel und ich ihn natürlich auch und es freute mich sehr, dass er bei einem Ausbruch von zu Hause so grosses Vertrauen zu mir hatte, dass er zu mir kam. Ich fragte ob sie Hunger hätten. Sie bejahten! Ich kaufte ihnen zwei grosse Hot Dogs. …und wie die Hunger hatten! Sie schlangen die Hot Dogs nur so runter und dann kaufte ich, glaube ich, noch zwei für die Beiden. Wie ich erfuhr, waren sie bereits seit dem Tag davor in Paris und hatten in einer Strassenbahn geschlafen, welche die halbe Nacht gefahren war. Ich war als Jugendlicher ja auch mal von zu Hause ausgebrochen. Zu meiner besten Freundin aus Marseille mit in ihre Skihütte. Aber nicht so krass wie mein Neffe. So zogen wir erstmal durch den Pariser Rummel und hatten richtig Spass! Die zwei turnten überall herum, wo es nur ging und ich guckte zu und passte auf, so wie es sich für einen Onkel gehört. ….und ich war ja gerne mit meiner Familie zusammen und jetzt mit meinem Neffen. Mein Handy klingelte und meine sorgvolle Schwester welche fix und fertig war, war dran und sagte nur: "Hallo Bruderherz! Du musst jetzt nichts sagen! Nur ´ja´ wenn der Stefan bei dir ist!" Ich sagte: "Ja" Man war die da froh! Der Freund und Mitausreisser von meinem Neffen wurde 2 Tage später von seinen Eltern abgeholt und mein Neffe war etwa ne Woche bei mir. Da ich zu dieser Zeit viel gearbeitet hatte, ging er fast jeden Tag in den Rummel. Klar! Dort wurde er aufgenommen und hatte mit all den anderen Stadtjugendlichen viel zu tun. Allerdings wusste ich für mich, dass es höchste Zeit wurde, dass meine Schwester ihn abholte, da ich diese Verantwortung für ihn nicht mehr übernehmen konnte und wollte, da ich ja wusste wie es im Rummel zugeht und wenn mein Neffe jetzt schon so sehr da involviert war, da hätten am Ende ja nur Dummheiten rauskommen können!

Bei meinem blonden Stricher war die Situation etwas anders. Dieser träumte immer nur vom Rummel! Er war so gut wie nie dort! Als Kind, wo er auch schon halb auf der Strasse lebte, war der Pariser Rummel vom 21. Pariser Bezirk aus zu weit. …und als er in ein Alter kam, wo es möglich gewesen wäre, da hing er bereits mit dem Heroinschwarzen zusammen und der Pariser Rummel ist keiner der typischen Pariser Heroinplätze. Klar gibt es im Pariser Rummel auch Heroin, aber dennoch war dieser jetzt nicht als genereller Stammplatz von einer richtig grossen Heroingruppe bekannt So hörte der blonde Stricher meist nur die tollen Geschichten anderer vom tollen Pariser Rummel in welchem man so viele tolle Sachen machen konnte. Klar wäre er oft lieber dort gewesen, aber der Pariser Rummel lag nun mal nicht auf seiner täglichen Herointour und in dieser Zeit zählte nichts anderes, als in erster Linie für seinen Jahre älteren, schwarzen ´Freund´ als Heroinbote die Arbeiten zu erledigen. Weil nur dann war der blonde Stricher für den schwarzen Heroindealer auch von Nutzen und dann bekam der blonde Stricher auch seine Portion Zuwendung, Aufmerksamkeit und Lob, all das was er so dringend benötigte! Im Laufe der Jahre rauchte er ja selber Heroin und dann waren die Heroinbotentouren natürlich auch für den täglichen eigenen Heroinbedarf von oberster Priorität. Er verlor in dieser Zeit seine Gedanken und seine Wünsche und Träume welche er mit dem Pariser Rummel verbunden hatte. Er war ja in diesem Heroin-Nichts! Erst als wir zusammen waren kamen all diese unerfüllten Rummelträume wieder auf! …und wie er mir von seinen Rummelträumen vorschwärmte! Diese Rummel-Spass-Träume gehörten für meinen blonden Stricher zu den grössten Träumen in seinem momentanen Leben! Auch diesen Traum galt es zu erfüllen! Gemeinsam mit mir!

Wir fuhren in den Pariser Rummel! Mein blonder Stricher plapperte auf dem Weg zum Rummel vor Aufregung und Nervosität wie ein Wasserfall. Er erzählte mir, was es dort alles gibt und was für ihn das Beste am Rummel wäre und alle paar Sätze war etwas anderes das Beste. Bestimmt war er schon dort, aber er lebte seine Rummelträume nie richtig mit relativ freiem Kopf aus! Jetzt hatte er die Möglichkeit dazu. Die ganze Fahrt zum Rummel redete fast nur er und ich hörte ihm gerne zu und guckte ihn gerne an. So euphorisch, wie er mir jedes Detail des Pariser Rummels schilderte, jedes Amüsiergerät, dessen Ablauf er mir schilderte, als wäre er jedes einzelne schon tausendmal in seinem Kopf gefahren! Es war unglaublich welche Energie da bei meinem blonden Stricher aus ihm heraus explodierte. Wir sassen auf dem Weg zum Rummel nicht in der Strassenbahn. Nein! Wir mussten stehen! Es wäre unmöglich für meinen blonden Stricher gewesen, nur zu sitzen! Er erzählte mit Händen und Füssen, so wie er es meistens machte, wenn er von etwas erzählte und dabei Freude hatte. Wenn er zum Beispiel erzählte: ´etwas ist soooo lange´ , dann holte er mit seinen Armen aus und unterstrich diesen Satz. Dabei war er immer so in dem Element seiner Erzählung, dass er in solchen Momenten keine Rücksicht auf andere Menschen nehmen konnte. Er holte mit seinen Armen aus und wenn da ein Mensch im Wege seiner sich ausstreckenden Arme stand, dann bemerkte er diesen anderen Menschen erst dann, wenn er ihn berührte. …er entschuldigte sich, peinlich, sofort und lachte dann immer. Er sprang bei seinen Erzählungen, er bewegte seine Beine, er bewegte seine Augen, er imitierte sämtliche Nebengeräusche und Hauptgeräusche, er zog umherstehendes Material und Inventar in seine Erzählungen mit ein, er packte auch mich mal, wenn es eine Geschichte erforderte. Es war toll meinem blonden Stricher zuzugucken, wenn er durch Erzählungen in seinem Element war! Er lebte in seinen Geschichten welche er erzählte. Er lebte diese in seinen Träumen, welche er schilderte. Aber diesmal sollte ein weiterer Traum nicht nur beim Erzählen und Träumen bleiben! Wir waren am Pariser Rummel angekommen! Es war ein schöner Tag! Es zogen zwar hin und wieder ein paar Wolken vorbei, aber diese störten nicht. Allerdings hatte er in mir einen besonders schlechten Rummelpartner! Ich bin ein Mensch welcher erstens Höhenangst hat und dazu wird mir ganz schnell äusserst unangenehm schlecht und übel, wenn ich mit diesen schnellen Amüsiergeräten fuhr. Mein blonder Stricher war toll! Er liess sich durch nichts seine gute Laune verderben! Auch als er realisierte, dass ich das mit der Höhenangst und den schnellen Geräten ernst meinte, als ich ihm mitteilte, dass ich mit diesen Dingern nicht fahre. Viele andere Menschen wären traurig oder sauer gewesen. Nicht er! Er war einfach froh hier zu sein! Ganz nah in mitten der Erfüllung eines weiteren grossen Lebenstraums. Er war glücklich mit mir hier zu sein und in mir jemanden gefunden zu haben, welcher ihm bedingungslos zuhört, welcher ihn zu verstehen scheint, jemand der ihn nicht unterbricht, welcher ihn nicht massregelt, jemand der ihn laut träumen und leben lässt. Es war so schön mit ihm!

Wir spazierten durch die mit Vergnügungsständen bestückten Rummelstrassen von einem Amüsierstand zum nächsten. Irgendwie tanzte mein blonder Stricher immer um mich rundherum. Er sprang und hüpfte und hatte Spass! …und ich war sooo glücklich mit ihm hier zu sein und seine Erfüllung eines Traums miterleben zu dürfen! Er schwärmte mir von den Mini-Donuts mit Vanillesosse vor, wie lecker diese doch schmeckten mit einem Hauch von Zimtzucker oben drauf! Er schwärmte mir so sehr davon vor, als ob es für ihn das Leckerste auf dieser Welt sei! Er konnte so sehr davon schwärmen, weil ich da auch mitschwärmen konnte. Ich kannte diese Dinger nicht, aber ich ass gerne und hatte bei diesem Thema kein Gegenargument wie Höhenangst oder durch Schnelligkeit, Magenverdrehen. Wir lebten diese Minidonutsgeschichte mit Vanillesosse und Zimtzucker zusammen! Er ist so ein Mensch! Er suchte immer so lange nach Themen, welche uns beide glücklich machten und bei welchen wir beide Freude entwickeln konnten. Mein blonder Stricher fragte nicht nach wegen meiner Höhenangst und dem Nichtfahrenwollen von schnellen Karrussellgeräten. Er akzeptierte dies alles bedingungslos, ohne mich überreden zu wollen oder sonstiges. Mit diesem Minidonuts-Thema waren wir dann etwa ne Stunde voller Spass und freudiger Erfüllung beschäftigt. Wir mussten so einen Minidonuts-Stand ja suchen! Das dauerte bis wir an all den Geräten vorbeikamen und immer wieder sagte er ´da muss gleich einer sein´, ´da muss gleich einer sein!´, bis auch irgendwann mal auch wirklich ´gleich einer war´ : Wir stürmten auf diesen Mini-Donutsstand zu und mein blonder Stricher übernahm die Bestellung. Zuerst nur für sich, da ich diese Mini-Donuts mit Vanillesosse un Zimtzucker ja zuerst kosten sollte. Trotz all der Euphorie hätte ja sein können, dass mir diese doch nicht schmeckten. Aber die waren lecker! Die waren soooo lecker! Die Mini-Donuts waren irre lecker! Bis heute esse ich diese Mini-Donuts immer wieder und denke an den Moment als ich diese das erste mal von dem Papierpappteller meines blonden Stricherfreundes zum ersten mal gegessen hatte. Der blonde Stricher bestellte die extra-grosse Portion Mini-Donuts mit viiiiel Vanillesosse, noch mehr Vanillesosse, mit so viel Freude und Stolz, jetzt hier zu sein und dies tun zu können! Es war unglaublich! Dieser kleine Moment war für ihn die Erfüllung eines jahrelangen Traumes, welchen er in Phasen seines Heroinkonsums nie so ausleben konnte. Der Mini-Donutsverkäufer hätte nie ahnen können, was er meinem blonden Stricher erfüllte und tat, als er für ihn den flüssigen Minidonutsteig in das heisse Fett drückte, die Minidonuts herauszog, vom Fett abtropfen lies, auf den Papierteller machte, diese X-TRA viele Vanillesosse drauf packte, das ganze noch mit Zimtzucker verfeinerte und meinem blonden Stricher in die Hände gab. Dies war für meinen blonden Stricher ein weiterer wichtiger Schritt während seiner Zeit des Heroinentzuges. …und die Minidonuts mit viiiel Vanillesosse und Zimtzucker waren soo lecker! Es war ein Zwischending zwischen schlingen und geniessen, wie mein blonder Stricher seine Minidonuts eines nach dem anderen verzehrte. Klar musste er sich noch eine Portion nachholen! So schlenderten wir weiter durch den Pariser Rummel. Er schwärmte mir davon vor, Gocart fahren zu wollen, aber dass das weiter entfernt war. Das war auch einer seiner grossen Träume; mit Gocartautos Runden zu drehen. Aber dass machte wir diesmal nicht. Wir waren so sehr mit dem was der Pariser Rummel sonst zu bieten hat, erfüllt, beschäftigt und glücklich. Ein bischen ärgerte es ihn schon, dass ich mit ihm kein Gerät das sich irgendwie durch seine Höhe oder Schnelligkeit auszeichnete gefahren bin! Aber sobald ich ´Nein´ sagte, akzeptierte er es auch gleich. Ich sagte ihm dass wir da mal auch mit anderen Menschen hergehen können und dann kann er mit diesen Menschen fahren und ich gucke zu. Aber an diesem Tag wollte er mit mir fahren! Nur mit mir! Nicht alleine oder mit jemand anderem! Nur mit mir! Es brach mir fast mein Herz, mit welcher Energie er versuchte mich hin und wieder zu überreden. Aber ich kann doch nicht aus meiner Haut heraus und wenn ich gegen meinen Willen doch irgend so ein Gerät gefahren wäre, dann wäre mir schlecht und / oder schwindlig gewesen und dann hätte ich für den Rest des Tages schlechte Laune gehabt. Das wollte ich mir und vor allem meinem blonden Stricherpartner nicht antun! Das fühlte er. So war es generell auch kein Thema.

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Bis wir allerdings… Ja, bis wir bei einem für mich absoluten Knochenbrechergerät ankamen. Das war so ein Gerät, bei welchem zwei überdimensionale Stahleisenpfeiler im Boden verankert waren. Dazwischen hing ein Art Kugel in welcher zwei Menschen angeschnallt sitzen konnten. Die Kugel war mit zwei ewiglangen Stahlfedern an den Stahleisenpfeilern verbunden und durch eine enorme Druck- und Zugkraft wurde die Kugel in welcher zwei Menschen sassen etwa über 60 Meter in die Höhe geschnellt. Mit so einer Energie, Wucht und Schnelligkeit, dass mir schon beim Zugucken schlecht und schwindlig zu gleich wurde. Ganz oben hat man dann für Sekunden, angeblich das Gefühl von Schwerelosigkeit. Das richtige Gerät für meinen blonden Stricher! Er bettelte und flehte mich an, dass ich mich mit ihm da rein setze. Ich konnte dazu nicht ´Ja´ sagen! Es wäre das selbe gewesen, wenn jemand Flugangst hat, ich habe keine Flugangst, aber nur als Beispiel. Also wenn jemand Flugangst hat und nicht mal die kürzesten Strecken fliegt, aber weil er eine Flugreise nach Australien gewinnt, soll er da jetzt hinfliegen. Das ging einfach nicht! Heute würde ich es schweren Fusses machen. Aber damals ging es nicht! Mein blonder Stricher zählte mir unzählige Argumente auf, weshalb ich mich mit ihm da rein setzen sollte. Von ´das wir dann ein Leben lang mit diesem Erlebnis verbunden wären´ über ´er haltet mich auch ganz, ganz fest´ bis ´ich würde ihm damit die grösste Freude seines Lebens machen´. Ich wollte es! Ich wollte alles für ihn tun! Aber das ging nicht! DAS GING NICHT! …wenn mein blonder Stricher mal anfing richtig um etwas zu betteln und zu flehen, dann war das nicht mir zwei Sätzen abgetan! Nein! So etwas dauerte dann locker mal 45 Minuten bis eine Stunde! Da musste ich durch! Es ging nicht! Noch dazu hatten die dort so eine riesige Leinwand, welche über eine kleine Kamera die Gesichter der Menschen zeigte, welche im 8-Minuten-Takt da hoch geschleudert wurden. Man konnte sich dieses Video dann kaufen. Aber dies schockte mich noch zusätzlich und bestärkte mich in meiner Entscheidung mich nicht in dieses Höllengerät zu setzen! So hielt ich den Bettel- und Flehversuchen meines blonden Strichers stand. Bis er mit einem genialen Vorschlag ankam, der fast hätte von mir sein können! Er sagte: "…bist du mir böse, wenn ich alleine mit dem Gerät fahre?" OHHHHHHH NEIIIIIN! Ich war so glücklich und erleichtert über diesen Vorschlag! Durch all die Abwehrversuche, hatte ich ja gar keine Möglichkeit um auf so eine geniale Idee zu kommen. Ich war froh über diesen Vorschlag meines blonden Strichers! So richtig! Wir beide waren so sehr eins, dass es eigentlich egal war, ob ich mich mit ihm in dieses Gerät setzte oder er sich alleine. Angst hatte ich so und so! Ich hielt alle Daumen fest zusammen die ich hatte. Ich winkte ihm zu, als er alleine mit einem anderen Mann so um die 42 Jahre sich da rein setzte. Ich lachte ihm verkrampft aufmunternd zu, dass er das überstehen würde! Dabei ging es ja eigentlich nur um mich! Er hatte ja keine Angst und keine Sorge, dass er diese Fahrt nicht überstehen würde. Ich war der jenige, welcher Angst hatte, zitterte und sich die grössten Sorgen machte, dass das mit dem Monstergerät auch ja gut gehen würde! Mein blonder Stricher setzte sich in das Gerät, liess sich von dem Helfer anschnallen. Hoffentlich ganz fest, wie ich es in diesem Moment hoffte. Mein blonder Stricher war so lange es ging in Blickkontakt mit mir. Das wusste ich zu schätzen! Er beruhigte mich dadurch. Ich hatte solche Angst! Es war unglaublich! Ich guckte neben mir die überdimensionalen Eisenzugfedern an, wie sie sich langsam festzogen bis sie am Ende ihrer Kapazität angelangt waren. Jetzt schnellte dieses Highlight-Pariser Rummel-Gerät in die Höhe! Das dauerte nur ein paar Sekunden, aber diese waren ewig, da ich ja das strahlende, geschwindigkeitsluftverzerrte, glückliche Gesicht meines blonden Stricherfreundes auf dieser riesengrossen Leinwand über die Livecamera sehen konnte. Er schnellte etwa 60 Meter in den Himmel, überdrehte und überschlug sich dort zweimal, jetzt musste er das Schwerelosigkeitsgefühl erleben. Es musste alles endlos für ihn sein! Ich freute mich für meinen Freund! …und schon wurde die Kugel wieder langsam zu Boden gelassen. Er stieg leicht taumelnd aus, schritt die paar Stufen hinab und kam mir überglücklich strahlend entgegen. Er meinte nur: "Das war so schön! Das war so toll! Da hast du wirklich was verpasst!" Wahrscheinlich. Irgendwie flog ich ja mit ihm mit und war so doch mit ihm dabei. So ein Flug hatte ungefähr 15,-- € gekostet. Aber selbst 100,-- € hätte ich gezahlt, damit mein blonder Stricher dieses Highlight für sich von diesem Tage mitnehmen kann. So spazierten wir noch ein bischen durch das Rummelgelände. Er war glücklich, dass er doch noch seinen Vergnügungsgerätespass hatte und ich freute mich mindestens genauso sehr mit ihm. Es war bereits Abend geworden und wir machten uns auf den Nach-Hause-Weg.

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